Bizarre Architektur an der Bautzner! Am Kutscherhaus landet ein Ufo

Dresden - Zukunfts-Architekt Gerd Priebe (59) verwirklicht an der Bautzner Straße seine Vision vom nachhaltigen Bauen. Das verfallene historische Kutscherhaus sanierte der Dresdner praktisch nur mit Buchenholz (MOPO berichtete). Jetzt errichtet er dort seine "Ufo"-Bauten aus umweltschonenden Carbonbeton. Dafür ließ ein Kran am Dienstag mehrere "Untertassen" vom Haken.

An der Bautzner Straße (Nummer 76) ließ am Dienstag ein Kran die "Untertassen" für den Pavillon vom Haken.
An der Bautzner Straße (Nummer 76) ließ am Dienstag ein Kran die "Untertassen" für den Pavillon vom Haken.  © Steffen Füssel

Neuer Hingucker an der Bautzner Straße! Wenige Meter oberhalb der Total-Tankstelle baut Architekt Priebe Sachsens erstes Gebäude komplett aus Carbon-Beton - ein Pavillon in Ufo-Form (2,45 Meter hoch, 5 Meter Durchmesser, 1,75 Tonnen schwer).

Die vier Schalen ("Untertassen") wurden in Schwepnitz produziert, und angeliefert, nun bis Freitag zusammengesetzt.

Anders als gewöhnlicher Beton enthält Carbonbeton im Inneren kein schweres Stahlgeflecht, sondern dünne Gitterstrukturen aus Carbonfasern.

Das macht den Baustoff leichter und sogar belastbarer. Die Wände des Pavillons sind gerade mal 2,5 Zentimeter dick, auch nicht rostanfällig!

"Wir sparen damit bis zu 80 Prozent an Material, auch der Transport ist einfacher", erklärt Priebe. Sein Öko-Leitmotiv: "Mit weniger Ressourcen mehr schaffen!

Die vollendete Vision im Ufo-Stil: So sollen Kutscherhaus (links), Pavillon (mittig) und Villa (rechts) aussehen.
Die vollendete Vision im Ufo-Stil: So sollen Kutscherhaus (links), Pavillon (mittig) und Villa (rechts) aussehen.  © Visualisierung GPAC

Das ist wichtig, da die Bevölkerung stetig wächst, immer mehr Ressourcen verbraucht.

"Sein Ufo-Projekt mit dem Baustoff der Zukunft wird sogar vom Forschungsministerium und der TU-Dresden (erforscht und entwickelt Carbonbeton seit Jahren) unterstützt.

Für den Bau sind noch weißer Anstrich und Sitzschalen vorgesehen. Priebe: "Dann geht meine moderne Interpretation eines Tee-Pavillons in den zweijährigen Praxistest."

Geräte messen mögliche Rissbildungen, Temperaturentwicklung, Schwundverhalten des Materials. Passt alles, will Priebe dann eine ökofreundliche Villa komplett aus Carbonbeton bauen - natürlich auch im Ufo-Form ...

Übrigens: Pavillon und hölzernes Kutscherhaus können Sie schon am Wochenende besichtigen zum Tag der Architektur (siehe Kasten), Samstag 11-19 Uhr, Sonntag 10-15 Uhr.

Die Dresdner Firma BCS Natur- und Spezialbaustoffe GmbH produzierte die Schalenbauteile aus Carbonbeton in Schwepnitz.
Die Dresdner Firma BCS Natur- und Spezialbaustoffe GmbH produzierte die Schalenbauteile aus Carbonbeton in Schwepnitz.  © BCS
Der Dresdner Architekt Gerd Priebe (59) baut einen Pavillon und eine Villa aus umweltschonenden Carbonbeton.
Der Dresdner Architekt Gerd Priebe (59) baut einen Pavillon und eine Villa aus umweltschonenden Carbonbeton.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Steffen Füssel


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