Dresdner Tatortreiniger hat Ärger mit Deutschem Werberat

Dresden - Tote sind sein Geschäft: Thomas Pauland (53) ist Tatortreiniger, kommt nach Tragödien und Verbrechen im Freistaat zum Einsatz (TAG24 berichtete). Doch jetzt hat der Bannewitzer ein Problem: Gegen seine provokante Werbung gibt es Beschwerden.

Geht das zu weit? Tatortreiniger Thomas Pauland (53) hat wegen seiner Werbung am Wagen jetzt Ärger mit dem Werberat.
Geht das zu weit? Tatortreiniger Thomas Pauland (53) hat wegen seiner Werbung am Wagen jetzt Ärger mit dem Werberat.  © Norbert Neumann

"Ihre Schwiegermutter nervt? Unfall- und Tatortreinigung" - mit diesem Slogan wirbt Pauland an seinem Wagen für seine Dienstleistungen, dazu zeigt ein Aufdruck am Kofferraum eine gefesselte Dame.

Auf seiner Webseite schreibt er: "Schwiegermutti nervt? Wir helfen Ihnen!" Pauland selbst hält das für schwarzen Humor: "Ich spiele mit dem Klischee der bösen Schwiegermutter."

Doch tatsächlich beschwerten sich mehrere Menschen beim Deutschen Werberat (Berliner Wächter-Verein der Werbewirtschaft) darüber. So sei die Grenze zur Diskriminierung überschritten und die Werbung erwecke den Eindruck, dass man die Spuren eines solchen Verbrechens anschließend durch Paulands Unternehmen beseitigen könne.

Der Tatortreiniger schüttelt den Kopf: "Das kann man doch nicht ernsthaft als Gewalt- oder Mordaufruf verstehen", sagt er.

Doch nach Prüfung beanstandet der Werberat jetzt offiziell die Fahrzeugwerbung. Diese sei diskriminierend gegenüber Schwiegermüttern, da diese als Personengruppe abgewertet würden.

Da Pauland eine öffentliche Rüge droht, schaltete er einen Anwalt ein. Dieser führt an, dass die vorgeworfene Diskriminierung nur für eine "überschaubare Personengruppe" angenommen werden kann.

Das seien Schwiegermütter eben nicht. Genauso wenig wie Soldaten oder Polizisten, wie Gerichte bereits urteilten. Ausgang offen!

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