"Hustlers": Jennifer Lopez begeistert in einem Hauch von Nichts als heiße Stripperin

Deutschland - Der heißeste Film des Jahres? In "Hustlers" weiß eine Stripperinnen-Gang ihre Reize perfekt einzusetzen und zockt Wall-Street-Bänker ab. Diese abgedrehte Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und läuft ab dem 28. November in den deutschen Kinos.

Dorothy alias Destiny (l., Constance Wu) geht bei Ramona Vega (Jennifer Lopez) in die Lehre.
Dorothy alias Destiny (l., Constance Wu) geht bei Ramona Vega (Jennifer Lopez) in die Lehre.  © PR/Metropolitan Filmexport
Dem Publikum wird dabei der harte Alltag der Stripperinnen aus der Sicht von Neuzugang Dorothy alias Destiny (Constance Wu) gezeigt.

Sie beginnt im New Yorker Erotikschuppen "Moves", um ihre Oma finanziell unterstützen- und deren Schulden abbezahlen zu können. Anfangs hat Destiny keinen Spaß und viele Probleme, weil alle sie über den Tisch ziehen.

Das hört erst auf, als sie sich mit der erfahrenen Ramona Vega (Jennifer Lopez) anfreundet, nachdem diese eine ultraheiße Poledance-Show abgeliefert hat und sich danach ganze Dollar-Bündel ins Dekolletee stecken kann.

Ihr liegen die Männer zu Füßen - und das weiß sie auch. Sie bringt Destiny die Feinheiten des erotischen Tanzgeschäftes bei.

So wird die gerissene Stripperin nicht nur ihre Lehrmeisterin, sondern auch eine gute Freundin, die ihr zeigt, wie sie das Bankkonto der männlichen Kundschaft, die vor allem aus Wall-Street-Bänkern besteht, plündern kann.

Auch Diamond (Cardi B) gibt ihr gute Tipps. Ramona und Destiny bekommen bald tatkräftige Unterstützung von Mercedes (Keke Palmer) und Annabelle (Lili Reinhart). Das Problem: Die Frauen-Gang geht bei ihrer Abzockstrategie nicht gerade legal vor...

"Hustlers" ist einseitig und sexistisch, aber auch ein tiefschürfendes und interessantes Erotikdrama

Die erotische Tanzshow von Ramona Vega (l., Jennifer Lopez) begeistert nicht nur das männliche Publikum, sondern auch Destiny (Constance Wu).
Die erotische Tanzshow von Ramona Vega (l., Jennifer Lopez) begeistert nicht nur das männliche Publikum, sondern auch Destiny (Constance Wu).  © PR/Metropolitan Filmexport

Diese Geschichte hat Regisseurin Lorene Scafaria ("Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt") gut umgesetzt.

Der erhoffte große Wurf ist ihr allerdings nicht gelungen. Dafür nutzt sich der erzählerische Stil mit der Zeit doch erkennbar ab, sodass es im zweiten Drittel den ein oder anderen Durchhänger gibt.

Das hängt auch mit der einseitigen Erzählweise zusammen. Wäre dies ein maskulinistischer und kein feministischer Film, wäre der Aufschrei (Sexismus!) groß.

Denn die Männer kommen hier durch die Bank schlecht weg, sind bis auf eine Ausnahme unsympathisch, abstoßend und widerlich dargestellt. Als wäre das noch nicht genug, werden auch die (kriminellen) Handlungen der Frauen-Gang unter anderem damit relativiert, dass sie sich aus der Armut befreien wollten und keinen anderen Weg sahen.

Auf Gleichberechtigung legt "Hustlers" also keinen Wert. Dazu wiederholen sich die Motive, wie die Frauen den Männern schöne Augen machen und diese in die Falle locken zu oft.

Abgesehen von diesen durchaus problematischen Schwächen und Botschaften weiß das Erotikdrama allerdings zu überzeugen, weil es als tiefschürfender Film funktioniert, der Freundschaft und Zusammenhalt in den Mittelpunkt stellt.

Jennifer Lopez begeistert in "Hustlers" mit erotischen Tanz-Moves an der Poledance-Stange

Diamond (Cardi B) hat einige Tricks auf Lager.
Diamond (Cardi B) hat einige Tricks auf Lager.  © PR/Metropolitan Filmexport
Der Zuschauermagnet schlechthin ist natürlich J. Lo, die dem Publikum in ihren ersten Szenen in einem Hauch von Nichts mächtig einheizt. Nur die intimsten Stellen ihres weltberühmten Hinterteils werden hier von einem dünnen Stringtanga bedeckt.

Dazu tanzt sie mit ihrem perfekt austrainierten Körper erotisch an der Poledance-Stange und beeindruckt mit ihren Moves und Verrenkungen - dass diese Frau bereits 50 Jahre alt ist, kann man gar nicht glauben!

Später wird deutlich: Sie weiß ihre Schönheit gezielt gegen Männer einzusetzen, heizt deren Fantasie an und durchschaut sie schnell. Wie Lopez all das spielt und ihre facettenreiche Figur beleuchtet, ist beeindruckend und eine-, wenn nicht die beste schauspielerische Leistung in ihrer Karriere.

An ihrer Seite reißt Wu ("Crazy Rich") das Geschehen an sich und zeigt sowohl in den dramatischen, als auch lustigen und sportlich anspruchsvollen Szenen eine erstklassige Performance.

Dazu ist mit Cardi B eine bekannte US-Rapperin an Bord, die früher im echten Leben Stripperin war und ihre Moves auch hier zeigt. Mit Palmer ("Berlin Station"), Reinhart ("Riverdale") und Julia Stiles (Nicky Parsons in der "Bourne"-Reihe) wird der weibliche Cast gut abgerundet.

"Hustlers" ist eine interessante Milieustudie geworden

Die Stripperinnen Mercedes (l., Keke Palmer) und Annabelle (Lili Reinhart) gehören ebenfalls zur Frauen-Gang.
Die Stripperinnen Mercedes (l., Keke Palmer) und Annabelle (Lili Reinhart) gehören ebenfalls zur Frauen-Gang.  © PR/Metropolitan Filmexport

Zwar werden bei der Gruppendynamik auch einige Klischees erfüllt, doch über solche Kleinigkeiten lässt sich hinwegsehen, weil die entlarvende Geschichte durchgehend eine unterschwellige Grundspannung zur Folge hat.

Außerdem gibt es immer wieder äußerst witzige Momente, in denen die schlagfertigen Dialoge in Verbindung mit dem perfekten Timing der Darsteller für große Lacher sorgen.

Daran hat auch der lässige Score mit seiner augenzwinkernden Musikauswahl seinen Anteil. Einige Songs passen perfekt zur Szenerie, sodass man erkennt: Hier haben die Macher einen klaren Plan verfolgt und alles sorgfältig durchdacht.

Unter anderem deshalb hebt sich "Hustlers" weit vom Genre-Durchschnitt und Vertretern wie "Showgirls" (1995) oder "Striptease" (1996) ab.

Denn hier ist auch dank hervorragender Ausstattung, brillanter Kostüme, dynamischer Kameraführung, authentischen Locations und glaubwürdigem Stripper-Jargon eine interessante Milieustudie entstanden, die das Handeln der Charaktere gut beleuchtet.

Deshalb ist "Hustlers" ein überzeugendes Erotikdrama mit gut aufspielenden Schauspielern, einer interessanten, aber auch etwas einseitig erzählten Geschichte und cooler Musikuntermalung geworden, das erst auf der großen Leinwand seine volle Wirkung entfaltet.

Ramona Vega (Jennifer Lopez) zeigt Destiny (Constance Wu) ihre Moves.
Ramona Vega (Jennifer Lopez) zeigt Destiny (Constance Wu) ihre Moves.  © PR/Metropolitan Filmexport
Ramona Vega (Jennifer Lopez) weiß genau, wie sie dem männlichen Publikum einheizt.
Ramona Vega (Jennifer Lopez) weiß genau, wie sie dem männlichen Publikum einheizt.  © PR/Metropolitan Filmexport

Titelfoto: PR/Metropolitan Filmexport

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