Außergewöhnliche Dürre im Süden und Osten: Schuld ist aber nicht die Hitzewelle
Von Larissa Schwedes
Leipzig - Es ist jedes Jahr dasselbe: Deutschlands Böden sind trocken, besonders im Süden und Osten. Das liegt aber nicht an der heftigen Hitzewelle, die das Land in den vergangenen Wochen heimgesucht hat.
Vielmehr habe es generell in den letzten acht Monaten viel zu wenige Niederschläge gegeben, erklärte Andreas Marx, der am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig den Dürremonitor betreibt, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
"Was die Hitzewelle macht, ist das Ausprägen einer Blitzdürre im Oberboden. Also diese obersten 25 Zentimeter, teilweise auch noch ein bisschen tiefer, also bis 30, 40 Zentimeter", sagte er.
Bei hohen Temperaturen verdunste mehr Wasser und die Pflanzen verbrauchten mehr. "Wo in den oberen Schichten noch Wasser war, geht das relativ schnell verloren."
In die tieferen Schichten des Bodens passe grundsätzlich ein ganzer Jahresniederschlag. Doch der Grundwasserstand sei niedrig, nachdem es seit Herbst 2025 wenig geregnet habe.
Auf den Karten des Dürremonitors zur Bodenfeuchtigkeit bis etwa 1,80 Meter in die Tiefe ist der südlichste Teil Deutschlands tiefrot eingefärbt – was außergewöhnliche Dürre markiert.
Verheerende Folgen für Wälder, Flüsse und Landwirtschaft
"So ein Defizit löst sich normalerweise nicht über den Sommer auf. Im Sommer werden die Böden immer trockener", erklärte Marx. "Jetzt ist die Bodenfeuchte so niedrig, dass es einen extrem nassen Sommer bräuchte, um das wieder auszugleichen – und das ist eher unwahrscheinlich."
Für das Ökosystem Wald sei die Situation eine Belastung. Es drohten Dürreschäden und indirekte Folgen wie Borkenkäfer-Befall. Zudem drohe der schon jetzt niedrige Wasserstand der Flüsse noch weiter zu fallen.
"Der Anteil des Wassers in den Flüssen, das aus dem Grundwasser kommt, ist hoch", so der Experte. Mit sinkendem Grundwasserstand erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit für Niedrigwasser. Das könne Folgen für die Wirtschaft haben, wenn etwa Schiffe nicht mehr voll beladen werden können.
Für die Landwirtschaft sieht Marx mit Blick auf die Sommerkulturen wie Mais oder Zuckerrüben Herausforderungen durch die Trockenheit.
Es sei mit Ernteeinbußen zu rechnen, wenn nicht überdurchschnittliche Niederschläge in den kommenden Wochen oder Monaten kämen.
Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

