Verzweifelter Kampf gegen den Klimawandel: Forscher frieren die Arktis einfach wieder zu

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Cambridge Bay (Kanada) - Das klingt im ersten Moment völlig verrückt, könnte aber unsere Klimarettung sein! In der eisigen Wildnis von Nordkanada läuft derzeit ein spektakuläres Experiment gegen die Erderwärmung. Forscher versuchen dort mit einer mutigen Methode, das schmelzende Meereis künstlich wieder dick zu machen.

Die Eisschmelze in der Arktis geht rasant voran. (Symbolfoto)
Die Eisschmelze in der Arktis geht rasant voran. (Symbolfoto)  © 123RF / cicloco

Das Problem im hohen Norden ist dramatisch. Durch die Klimakrise schrumpft das Sommer-Eis der Arktis rasant - in den vergangenen 45 Jahren um satte 40 Prozent!

Schmilzt das weiße Eis weg, reflektiert der dunkle Ozean die Sonnenhitze nicht mehr, sondern saugt sie auf wie ein schwarzes T-Shirt. Die Folge: Das Meer wird immer wärmer, noch mehr Eis schmilzt. Schon in den 2030er-Jahren könnte das Sommereis komplett futsch sein.

Um diesen Teufelskreis zu stoppen, hat das britisch finanzierte Start-up "Real Ice" eine genial einfache, aber körperlich extrem harte Methode entwickelt.

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Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, rückte das Team mitten im tiefsten arktischen Winter, bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad, auf das Eis vor der Inuit-Stadt Cambridge Bay aus.

Und so funktioniert die Eis-Kur:

Weil es viel zu teuer und gefährlich wäre, Menschen im ewigen Eis bohren zu lassen, tüfteln die Wissenschaftler bereits an autonomen Unterwasser-Drohnen, die diese Arbeit übernehmen.
Weil es viel zu teuer und gefährlich wäre, Menschen im ewigen Eis bohren zu lassen, tüfteln die Wissenschaftler bereits an autonomen Unterwasser-Drohnen, die diese Arbeit übernehmen.  © Screenshot: Website realice.eco

Die Forscher bohrten Löcher in die gefrorene Decke. Mit Pumpen, die weniger Strom als ein normaler Toaster verbrauchen, saugten sie eiskaltes Meerwasser nach oben. Das Wasser flutete die Oberfläche und gefror bei den extremen Lufttemperaturen sofort zu einer neuen Schicht.

Das Ergebnis ist ein voller Erfolg! Satellitenbilder zeigen mitten in den blau schmelzenden Pfützen des Sommers eine strahlend weiße, dicke Eis-Insel.

Ganze 50 Zentimeter zusätzliche Dicke konnten die Forscher der anderthalb Meter tiefen Eisdecke so verpassen. Das künstliche Eis hält der Sommerhitze dadurch schätzungsweise sieben bis zehn Tage länger stand.

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Das Mega-Projekt hat allerdings seinen Preis. Um das weltweite Schmelzen der Arktis komplett zu stoppen, bräuchte man rund 10 Milliarden Dollar.

Titelfoto: 123RF / cicloco

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