"Füße runter": "Klima-Shakira" treibt Richterin zur Weißglut

Wien (Österreich) - Im Kampf für mehr Klimaschutz gerät Anja Windl (29) alias "Klima-Shakira" oft mit dem Gesetz in Konflikt. Immer wieder steht sie vor Gericht. Seit Montag muss sie sich vor dem Wiener Landgericht verantworten. Dort wurde am Dienstag ein Urteil gefällt, berichtet Krone.at.

In den sozialen Medien teilt Klimaaktivistin Anja Windl (29) immer wieder ihren Unmut über die Politik und das Rechtssystem. (Archivfoto)  © CHRISTOF STACHE / AFP

Dass die Richterin und Windl nicht allzu viel voneinander halten, macht sich bereits wenige Minuten nach Prozessbeginn bemerkbar.

"Füße runter, wir sind hier vor Gericht. Ein bissl Respekt hätte ich mir schon erwartet", geht die österreichische Richterin die Deutsche an, die ihre Füße auf die Anklagebank gelegt hatte.

Die 29-Jährige selbst bekannte sich in allen Anklagepunkten als nicht schuldig und las der Richterin und dem anwesenden Publikum eine Erklärung vor, um ihre Sicht auf ihre Taten zu erläutern.

Klima und Klimawandel Wissenslücken bei Politikern: Lesch schlägt "physikalischen Nachhilfe-Unterricht" vor

Immer wieder applaudierte das Publikum für die Aussagen der deutschen Klimaaktivistin. Die Richterin war zwar offenbar von diesem Monolog genervt, ließ die Angeklagte jedoch gewähren.

"Der Protest war in dieser Situation notwendig", begründete sie ihre Taten am Dienstagvormittag.

Auch an die Kritiker in der Öffentlichkeit richtet Windl deutliche Worte: "Allen Menschen, die sich gerade fragen, wo denn die Klimaschützer:innen eigentlich hin sind, will ich ins Gesicht schreien: Sie sind vor Gericht."

Anzeige
Immer wieder war Anja Windl Teil sogenannter Klima-Kleber-Aktionen. "Sie wurde zum Gesicht der Letzten Generation gemacht", sagte ihr Verteidiger Ralf Niederhammer. (Archivfoto)  © Georg Hochmuth/APA/dpa

Letzte Generation aufgelöst, Anja Windl verurteilt

Die Organisation "Letzte Generation" hatte bereits vor dem Prozessbeginn angekündigt, sich neu definieren zu wollen und auch mit den bisherigen Klebeprotesten abzuschließen. Aus ihr war die "Neue Generation" entstanden.

Windl selbst wurde vom Wiener Landesgericht in vier Fällen für schuldig befunden und in einem freigesprochen. Das Urteil lautet: acht Monate bedingte Haft. Noch ist dieses Urteil jedoch nicht rechtskräftig.

Neben der bekannten Klimaaktivistin mussten sich auch weitere Mitglieder der "Letzten Generation" vor der Justiz verantworten. Allesamt müssen sich wegen verschiedenen Delikten aus der Vergangenheit verantworten, sei es die Blockade der A2, die Hundekot-Schmierereien am Parteigebäude der ÖVP oder andere Protestaktionen - die Anklageschrift ist lang, berichtete die österreichische "Kronen Zeitung".

Mehr zum Thema Klima und Klimawandel: