Chefin der Ausländerbehörde gesteinigt

Von Björn Strauss

Kopenhagen - Darauf haben Krimi-Fans lange warten müssen. "Die Brücke" ist zurück (Sonntagabend, 9.12. ab 22.15 Uhr läuft der letzte Teil im ZDF!) - allerdings gibt es einen Wermuts-Tropfen. Es ist die vierte und damit leider die finale Staffel. Und diese beginnt ähnlich grausam wie die erste. Es stockt einem oft der Atmen.

Das erste Opfer: Die Direktorin der dänischen Ausländerbehörde wurde gesteinigt.
Das erste Opfer: Die Direktorin der dänischen Ausländerbehörde wurde gesteinigt.  © ZDF/Jens Juncker-Jensen

Sie ist wieder da: die autistische und allzu rationale, arg gebeutelte Kommissarin Saga Norén.

Ab Sonntag (18. November 2018, 22.00 Uhr) zeigt das ZDF die vierte Staffel der deutsch-schwedischen Koproduktion "Die Brücke – Das Finale" mit der wunderbaren Sofia Helin. Gemeinsam mit Thure Lindhardt bestreitet sie die letzten acht Stunden der Ermittlungen um grausame Morde UNTER der Öresundbrücke... Wie heißt es im melancholischen Eingangssong? "Evr'ything goes back to the beginning" (Alles kehrt zum Anfang zurück).

Wer sich erinnert: Der Einstieg in die Serie begann AUF der Öresundbrücke. Damals lag eine halbierte Frau in der Mitte der Ostsee-Querung - halb auf schwedischer, halb auf dänischer Seite. Das führte Ermittler beider nordischer Länder zusammen.

Zwischen der dritten und nun letzten Staffel gibt's übrigens einen Zeitsprung von zwei Jahren, der an allen Figuren nicht spurlos vorbei gegangen ist.

Die erste Tote der vierten Staffel war Direktorin der dänischen Ausländerbehörde. Sie wurde zu Tode gesteinigt. Dabei mit 69 bis 75 Steinen beworfen. Zunächst verfolgen Kommissar Henrik Sabroe (Thure Lindhardt) und ein Kollege mehrere Spuren: Es könnte einen Zusammenhang mit einer Abschiebeentscheidung geben, die jüngst für einen Skandal sorgte.

Vier Fragen an Saga alias Sofia Helin:

Saga Norén (Sofia Helin) saß in Untersuchungshaft. Sie stand in Verdacht, ihre Mutter umgebracht zu haben - darf aber die Ermittlungen aufnehmen - wie gewohnt akribisch und unkonvetionell.
Saga Norén (Sofia Helin) saß in Untersuchungshaft. Sie stand in Verdacht, ihre Mutter umgebracht zu haben - darf aber die Ermittlungen aufnehmen - wie gewohnt akribisch und unkonvetionell.  © ZDF/Jens Juncker-Jensen

So viel sei über die ZDF-Serie schon verraten: Die zunächst im Knast einsitzende Kommissarin Saga Norén darf mitermitteln! Für sie gilt, Morde zu aufzulösen, die an "offizielle Hinrichtungsmethoden" mancher Länder erinnern (u. a. Steinigung, Strom, Gift)... Was denkt die Schauspielerin Sofia Helin selbst über ihre Entwicklung?

"Die Brücke" hat Kultstatus – was ist für Saga persönlich das Besondere an der Reihe?

"Es gibt mehrere Gründe für den Erfolg: Einer ist sicher die visuelle Welt, die wir erschaffen haben. Aber auch die Hauptfiguren sind dafür verantwortlich. Meine Figur Saga ist so einsam, verletzlich und seltsam, und gleichzeitig ist sie wunderbar. Es ist dieser Gegensatz, der den Erfolg dieser Rolle ausmacht."

Vermisst die Schauspielerin Sofia Helin Saga, oder ist sie erleichtert, sie hinter sich gelassen zu haben?

"Ich glaube, beides. Obwohl es eine fantastische Reise mit Saga war, bin ich erleichtert. Ich freue mich auch auf neue Projekte. Ich bin sehr glücklich über die Zeit mit Saga und bin stolz auf den gemeinsamen Weg. Wenn ich es genau überlege, werde ich die Rolle nicht vermissen, weil die Figur ja in mir steckt."

Und weiter sagt sie: "Als ich angefangen habe, mich vor der ersten Staffel auf die Figur vorzubereiten, habe ich Menschen wie Saga beobachtet und Bücher darüber gelesen. Ich ging auf die Straße und versuchte, mich in der Öffentlichkeit wie sie zu benehmen, um herauszufinden, wie Menschen um mich herum reagieren.

"Die Brücke - Das Finale" steht schon vorab in der Mediathek

Die ungleichen Kommissare kommen sich ziemlich nah in der 4. Staffel.
Die ungleichen Kommissare kommen sich ziemlich nah in der 4. Staffel.  © ZDF/Jens Juncker-Jensen

Das habe ich immer mal wieder gemacht, und ich kann jederzeit in die Rolle schlüpfen. So habe ich Saga, die quasi das komplette Gegenteil von mir ist, immer bei mir."

Inwiefern unterscheidet sich die vierte von den drei vorherigen Staffeln?

"Beim Dreh gab es schon einen Unterschied: Die Öresundbrücke war zu Beginn der Produktion tatsächlich eine offene Verbindung zwischen den Ländern. Inzwischen ist sie aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation wieder zu einer Grenze geworden.

Die politische Botschaft ist dieses Mal ausdrücklicher als in den vorherigen Staffeln."

Und wunderbar ist: "Das Finale" der Krimireihe ist schon mit ALLEN vier Folgen vorab in der >> ZDFmediathek zu sehen.

Binge-Watching lohnt sich auf jeden Fall! Alle vier Staffeln lagern schon in der Mediathek.

Hintergrund Öresundbrücke:

Die Brücke wurde am 1. Juli 2000 dem Verkehr übergeben. Die Gesamtlänge des Brückenzuges beträgt 7845 Meter.
Die Brücke wurde am 1. Juli 2000 dem Verkehr übergeben. Die Gesamtlänge des Brückenzuges beträgt 7845 Meter.  © 123RF

Die beeindruckende Brücke, die den Staffeln den Namen gab und Schweden (Malmö) und Dänemark (Kopenhagen) verbindet, ist die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr.

In Schweden werden an Flughäfen und immer mehr Häfen Pässe kontrolliert und Kontrollen auch auf die Öresundbrücke erweitert.

Die Grenzkontrollen wurden im Sommer 2018 ausgeweitet, weil "das Gefahrenbild teilweise anders aussieht als zuvor", erklärte die nationale Grenzpolizei.

Das skandinavische Land hatte die Kontrollen im Herbst 2015 eingeführt, um den enormen Flüchtlingszustrom über die Öresundbrücke und Fährhäfen im Süden des Landes zu kontrollieren.

Inzwischen kämen kaum noch Flüchtlinge bis nach Schweden. Dafür spricht die Regierung von einer Bedrohung der öffentlichen Ordnung und inneren Sicherheit.

Saga Norén (Sofia Helin, l.,) und ihre Chefin Linn (Maria Kulle, r.,) mit dem zweiten Opfer, Patrik (Pontus T Lovén).
Saga Norén (Sofia Helin, l.,) und ihre Chefin Linn (Maria Kulle, r.,) mit dem zweiten Opfer, Patrik (Pontus T Lovén).  © ZDF/Jens Juncker-Jensen

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