Wer erinnert sich noch? Dieses Spielzeug war in der DDR der Hit

Kriebstein - Auf Burg Kriebstein an der Zschopau wurde die Zeitmaschine angeworfen. Wer sich hier die Sonderschau "Alltag im Kindergarten der DDR" anschaut, fühlt sich in die 1970er-Jahre zurückversetzt. Genau das haben die Schlossherren bezweckt.

DDR-Spielzeug als Wertanlage: Burg-Museologin Gabriele Wippert (65) zeigt einen USA-Katalog, der Spielsachen aus der DDR für Sammler vorstellt und taxiert. 270 ganz verschiedene Spielzeuge werden aktuell auf Burg Kriebstein ausgestellt.
DDR-Spielzeug als Wertanlage: Burg-Museologin Gabriele Wippert (65) zeigt einen USA-Katalog, der Spielsachen aus der DDR für Sammler vorstellt und taxiert. 270 ganz verschiedene Spielzeuge werden aktuell auf Burg Kriebstein ausgestellt.  © Kristin Schmidt

Na, haben Sie die Spielzeuge Ihrer Kindheit oder die Spielsachen Ihrer Kinder auch gleich wiedererkannt? Haben Sie plötzlich den Geruch von Badusan in der Nase oder das Geräusch der klappernden Kindergartenliegen im Ohr? Dann ist diese Ausstellung genau das Richtige für Sie!

Auf den 100 Quadratmetern des Burgsaales für Sonderausstellungen macht sich derzeit DDR-Kinderspielzeug breit - insgesamt 270 Stücke: Es gibt ein Wiedersehen mit Pittiplatsch und Schnatterinchen, Puppen- und Kinderwagen aller Art, Suralin-Knetmasse und der typischen DDR-Einheitsbrottasche für Kinder.

Die Objekte stammen aus dem Kriebetaler Kindergarten "Kriebsteiner Burggeister", aus dem Bestand des DDR Spielzeugmuseums in Greiz oder sind Leihgaben von Sammlern aus der Umgebung. Und alle Spielzeuge sind in einem guten Zustand. "Nur die Räder des luftbereiften Rollers waren etwas pappig, mussten aufgepumpt werden", sagt Burg-Museologin Gabriele Wippert (65), die die Ausstellung konzipiert hat.

Na, ob Sie auch die restlichen Exponate aus DDR-Zeiten wiedererkennen? Die Ausstellung "Alltag im Kindergarten der DDR" ist noch bis zum 31. Oktober geöffnet - Di - So: 10 - 16 Uhr (ab April bis 17 Uhr), So - So: 10 - 18 Uhr. Für den Eintrittspreis (Erwachsene: 6, Kinder: 1 Euro) kann man anschließend auch gleich noch die gesamte Burg Kriebstein besichtigen. Ab Ostern ist auch die Burgschänke "Zum Hungerturm" wieder geöffnet.

Tipp: Am 27. Februar (11 Uhr) gibt es eine spezielle Ritterführung für Kinder. Anmeldung dafür unter Tel. 034327/952-0.

Puppentheater

Das Puppentheater war das Netflix von damals. Es gab immer neue Serien mit Handpuppen wie Pittiplatsch und Schnatterinchen oder Herr Fuchs und Frau Elster. Abends waren sie dann noch einmal in der Flimmerkiste beim Abendgruß des Sandmanns zu sehen. Nach den Vorstellungen ließ sich das robuste Kasperletheater platzsparend zusammenklappen.

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Schlafliege

Die klappbare Liege für die obligatorische Mittagsruhe ist legendär. Schlossdirektorin Susanne Tiesler (38) erinnert sich sogar noch an das typische Klappern, wenn die Pritschen mit der geflochtenen Schlafauflage aufgestellt wurden. Heerscharen von Kindergartenkindern und -erziehern klemmten sich beim Aufklappen der Holzbeinchen manchmal einen Finger ein. Sie auch?

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Krippenwagen

Er war der erste Viersitzer ihres Lebens: Das wertvollste Stück der Ausstellung ist dieser schicke Wagen. Liebhaber blättern heute einige Hundert Euro dafür auf den Tisch. "Manchmal liefen noch Kinder an Bändchen nebenher", erinnert sich Museologin Gabriele Wippert. Heute ist das Gefährt wieder groß in Mode - als beliebte "Kutsche" von Tagesmuttis.

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Puppenwagen

"Mensch, kennst du den noch?", laufen Ausstellungsbesucher Nadine und Falk Polster (beide 29) aus Leipzig schnurstracks auf den roten Puppenwagen mit den durchsichtigen Scheiben aus Plaste (Wessi-Deutsch: "Plastik") zu. Er war wohl der beliebteste Puppenwagen der DDR. Eine Regenplane schützte Püppi bei Unwettern. In dem typischen Netz am Griff konnte zudem weiteres Spielzeug transportiert werden.

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Kipplaster

Haben Sie auch noch das Geräusch in den Ohren, wenn dieser Kipper über Gehwegplatten fuhr? Eigentlich war er für den Sandkasten bestimmt. Doch er wurde auch gern als Seifenkiste missbraucht: auf die Ladefläche (die gab's übrigens auch in Türkis) setzen und mit den Beinen anschieben. Nicht selten ging bei dieser "Überladung" ein Rad ab.

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Holzroller

Sie galten als Trio infernal: Die höllischen Drei machten aus Kids Rennfahrer. Mit der Schubkarre schlug man am Sandkasten Haken. Auf den Rollern düsten die Kleinen wie Raketen durchs Gelände - der "Baby" für die kleineren, der "Stepke" für schon größere Kinder.

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Kriegsspielzeug war nicht verpönt

In den 1970er-Jahren zog auch Kriegsspielzeug in die Spielzeugregale der Kindergärten ein. Der Panzer T34/85 (r.) konnte sogar kabelgebunden an einer Strippe ferngesteuert werden. Wippert: "Leider gibt's die dafür nötige 4,5-Volt-Flachbatterie heute nicht mehr."

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Kaufmannsladen

"Naschkatze" hieß dieser Kaufmannsladen. In ihm leben längst vergessene Waschmittel aus DDR-Produktion fort. Zur Einrichtung gehören auch eine Waage, Flaschenkisten und ein Einkaufskörbchen. Bezahlt wurde mit Kinderspielgeld mit 5-, 20- und 50-Mark-Banknoten. Nur Bananen gab's auch hier nicht in der Auslage.

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Burattino

Auch die russische Version des italienischen Pinocchio bekam beim Lügen eine lange Nase! Mithilfe der Uhr lernten Kinder das Ablesen der Uhrzeit. Der Brummkreisel konnte sogar singen - umso lauter, je stärker er "aufgepumpt" wurde, wodurch er sich schneller drehte.

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Noch ein paar alte Bekannte

Mit dem Lederwurfball mit Federn wurde Weit- und Zielwerfen geübt. Der Badusan-Fisch war erst das Behältnis für das Kinderschaumbad "Grüner Apfel" (200 ml), danach ein Spielzeug für die Badewanne. Eingeseift wurden die Kleinen oft mit dem Schwämmchen in Form eines Elefanten.

© Kristin Schmidt

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