Nazi-Sticker bei WhatsApp! Wird der Messenger zur Spielwiese für Rechtsextreme?

Menlo Park - Erst seit Kurzem versorgt WhatsApp seine Nutzer neben Emojis und GIFs auch mit Stickern (TAG24 berichtete) und schon gibt es den ersten Skandal um die bunten kleinen Bildchen.

WhatsApp hat die Sticker-Funktion gerade eingeführt,...
WhatsApp hat die Sticker-Funktion gerade eingeführt,...  © DPA

Dieser sorgt vor allem in Deutschland für Aufregung. Denn wie das Jüdische Forum auf Twitter demonstrierte, beinhaltet das Sammelsurium an Stickern auch eine Reihe von Nazi-Symbolen, die hierzulande zum Teil sogar verboten sind.

Im Internet teilte die Institution einen Screenshot, auf dem unter anderem Hakenkreuze, SS-Runen und Hitler-Bilder zu sehen sind. Dazu schrieb das Jüdische Forum: "Kaum ermöglicht #WhatsApp Sticker zu erstellen und zu nutzen, fluten Rechtsextreme ihre Gruppenchats mit volksverhetzender NS-Symbolik. @WhatsApp, wie kann das verhindert werden?"

Gegenüber der "Bild" versuchte WhatsApp, sich zu erklären. "Diese antisemitischen Sticker sind unakzeptabel und wir wollen sie nicht in WhatsApp. Wir verurteilen diesen Hass mit Nachdruck", sagte ein Sprecher.

Die Sticker würden von Leuten entwickelt, die sie dann in den Apple Appstore, den Google Play Store oder andere Vertriebskanäle von Android hochladen. Dort würden sie überprüft.

...schon tummeln sich dort zahlreiche Nazi-Symbole.
...schon tummeln sich dort zahlreiche Nazi-Symbole.  © Screenshot Twitter/Jüdisches Forum

"Sollten Nutzer Sticker mit illegalem Inhalt bekommen, bitten wir sie, dies zu melden. Wir werden dann entsprechend gegen den Versand vorgehen. Das geht bis zu Sperrung von Konten, von denen sie verschickt werden", so der Sprecher. Noch scheint diese Kontrolle jedoch nicht lückenlos zu funktionieren.

Erst Mitte Oktober war die Sticker-Funktion bei WhatsApp eingeführt worden. Der Messenger reagierte damit auf das Angebot anderer Dienste, die bereits seit Längerem Sticker anbieten. Die Krux: Weil die Bildchen nicht nur von WhatsApp selbst, sondern eben auch durch Dritte erstellt werden können, ist ein Missbrauch leicht.

Ob das Unternehmen dem künftig einen Riegel vorschieben können wird, bleibt abzuwarten. Hier rechtlich zu intervenieren, könnte schwierig werden. So beruft sich die "Bild" auf einen Fall von 2016, als Nazi-Bilder per WhatsApp verschickt wurden.

Damals habe das Gericht entschieden, dass der Versand an Einzelpersonen strafrechtlich nicht relevant sei. Erst wenn die Symbole in WhatsApp-Gruppen geteilt würden, sei das strafbar.

Werbung bei WhatsApp ab 2019

Dabei ist die Sticker-Funktion nicht die einzige Neuerung bei WhatsApp, die für mächtig Ärger und Unmut sorgt. Mit dem Jahreswechsel droht nämlich eine weitere Änderung, die vielen so gar nicht gefallen dürfte. So soll es dann tatsächlich Werbung beim Messenger-Dienst geben.

Gerüchte dazu kursierten schon lange. Vor allem, seitdem WhatsApp vor fünf Jahren von Facebook gekauft wurde. Seitdem nähern beide nicht nur ihr äußeres Erscheinungsbild an und verbinden zusammen mit Instagram Funktionen wie die Story, die bei WhatsApp noch Status heißt.

Dass nun über den "Status" Werbung eingebunden wird, ist bereits offiziell bestätigt. "Facebook wird anfangen, WhatsApp zu monetarisieren, und Anzeigen im Statusbereich der App schalten", sagt der Vize-Präsident Chris Daniels (TAG24 berichtete).

Ein genaues Datum für die Einführung gibt es noch nicht, doch Anfang des kommenden Jahres soll es so weit sein.

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