"Angriff auf die Wahrheit": Brandenburgs Verfassungsschutz warnt vor KI-Manipulation
Potsdam - Täuschend echte Texte, Bilder und Videos: Der Verfassungsschutz Brandenburg warnt vor einer neuen Dimension digitaler Manipulation durch künstliche Intelligenz.
Wie aus dem Verfassungsschutzbericht 2025 hervorgeht, werden KI-Chatbots und synthetische Avatare zunehmend für Desinformationskampagnen genutzt. Besonders pro-russische Drahtzieher sollen auf solche Technologien setzen, um gezielt Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen.
Moderne KI-Systeme könnten in Sekundenschnelle Inhalte erzeugen, die kaum noch von echten Nachrichten zu unterscheiden seien - darunter Texte, Bilder, Tonaufnahmen und sogenannte Deepfakes.
Innenminister Dr. Jan Redmann (46, CDU) warnt vor den Folgen: "Diese KI-Kampagnen verfälschen nicht nur Fakten, sie attackieren das Fundament unserer Demokratie. Die größte Bedrohung ist die schleichende Verunsicherung, wenn Bürgerinnen und Bürger nicht mehr wissen, was echt ist."
Auch der Verfassungsschutz sieht eine wachsende Gefahr durch verdeckte digitale Einflussnahme.
Extremistische Netzwerke und ausländische Gruppen nutzten zunehmend KI, um gesellschaftliche Debatten zu beeinflussen und zu verzerren.
So leicht lässt sich Wahrheit fälschen
Verfassungsschutzleiter Dr. Wilfried Peters (63) erklärt: "KI-Systeme liefern zwar sprachlich perfekte Antworten, bieten aber keine Gewähr für Faktentreue."
Besonders problematisch sei, dass Falschinformationen durch KI-Tools scheinbar neutral zusammengefasst und dadurch weiter verstärkt würden. In sensiblen Debatten - etwa zu Migration, Energie oder Infrastruktur - könnten so gezielte Verzerrungen entstehen.
Der Bericht warnt zudem vor sogenannten "Blitz-Fakes", die bei aktuellen Ereignissen wie Unfällen, Katastrophen oder Wahlen in kürzester Zeit verbreitet werden können. Auch künstlich erzeugte lokale Netzwerke mit Fake-Profilen seien ein mögliches Szenario.
Ziel solcher Kampagnen sei es, so der Verfassungsschutz, die demokratische Meinungsbildung gezielt zu untergraben.
Behörden setzen daher verstärkt auf Aufklärung, Medienkompetenz und Kooperation zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-tmn

