Pressefreiheit ist bedroht wie noch nie: Deutschland nur noch Platz 14

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Paris (Frankreich) - Einmal im Jahr veröffentlicht die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" einen Bericht, der darüber informieren soll, wie es um die Pressefreiheit in Ländern auf der ganzen Welt steht. Die Lage scheint ernst - auch im Hinblick auf die Bundesrepublik.

Immer häufiger müssen Journalisten und Journalistinnen auf der Straße und im Netz Hass gegenübertreten. (Archivbild)
Immer häufiger müssen Journalisten und Journalistinnen auf der Straße und im Netz Hass gegenübertreten. (Archivbild)  © Markus Scholz/dpa

Laut der Einschätzung der Experten liegt Deutschland nur noch auf Platz 14 der Liste. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein herber Rückschlag, damals rangierte die Bundesrepublik gut drei Plätze höher. Die Lage wird als "zufriedenstellend" bewertet.

Grund für diesen Abstieg sei die zunehmende Bedrohungslage, der Journalisten auf der Straße und im Netz ausgesetzt sind. Zudem sorgen, laut mehreren Berichten einzelner Journalisten, "polarisierende Themen wie Nahostberichterstattung" zu "erschwerten Arbeitsbedingungen" in den Redaktionen. Auch der öffentliche Druck auf die Medienschaffenden wachse immer weiter an, erklärt Christian Mihr (50), Geschäftsführer für Politik und Strategie bei Reporter ohne Grenzen.

Doch auch global geht es der Pressefreiheit so schlecht wie schon lang nicht mehr. Das erste Mal in der 25-jährigen Geschichte der Datenerfassung ist die Lage in über der Hälfte der untersuchten Länder als "schwierig" oder "sehr ernst" einzuordnen. Lediglich in sieben Ländern (Norwegen, Niederlande, Estland, Dänemark, Schweden, Finnland und Irland) wird die Pressefreiheit als "gut" bewertet.

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Am unteren Ende der Liste stehen Länder wie Afghanistan (175.), Saudi-Arabien (176.), Iran (177.), China (178.), Nordkorea (179.) und Eritrea (180.).

"Nur noch einer von 100 Menschen weltweit kann sich durch eine vielfältige, gesunde Medienlandschaft informieren. Auch wenn wir den Niedergang der Pressefreiheit seit einem Vierteljahrhundert dokumentieren, bleibt dieser Befund dramatisch", erklärt Christian Mihr (50).
"Nur noch einer von 100 Menschen weltweit kann sich durch eine vielfältige, gesunde Medienlandschaft informieren. Auch wenn wir den Niedergang der Pressefreiheit seit einem Vierteljahrhundert dokumentieren, bleibt dieser Befund dramatisch", erklärt Christian Mihr (50).  © Reporter ohne Grenzen e.V./Reporter ohne Grenzen e.V./obs

Gesetze unterdrücken zunehmend die weltweite Medienlandschaft

Vor allem die kriegerischen Auseinandersetzungen in den vergangenen Jahren sind laut der Menschenrechtsorganisation für den Fall der Pressefreiheit verantwortlich. Doch auch in Ländern, die nicht an Kriegen beteiligt sind, werden Gesetze zunehmend so umformuliert, dass Medienschaffende belangt oder unter staatliche Kontrolle gebracht werden können.

Allein im Jahr 2026 wurden auf der ganzen Welt 13 Journalisten getötet, 26 wurden entführt, während 140 Medienschaffende als vermisst gelten. 495 sitzen aufgrund ihrer Arbeit hinter Gittern.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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