Junge Rollstuhlfahrerin schildert erschreckende Diskriminierung durch Busfahrer!

Gießen - Im mittelhessischen Gießen hat sich am Samstagmorgen ein schockierender Fall von Diskriminierung gegenüber einer 18-jährigen Rollstuhlfahrerin ereignet, den diese anschließend öffentlich machte.

Bei einer alltäglichen Busfahrt zum Gießener Bahnhof wurde eine 18-Jährige ihren Schilderungen zufolge am Samstagmorgen von einem Busfahrer diskriminiert. (Symbolbild)
Bei einer alltäglichen Busfahrt zum Gießener Bahnhof wurde eine 18-Jährige ihren Schilderungen zufolge am Samstagmorgen von einem Busfahrer diskriminiert. (Symbolbild)  © 123RF/ginton

Via Instagram wendete sich Frieda D. (18) am gestrigen Montag völlig aufgelöst an ihre Community (mehr als 700 Follower) und berichtete von einem Vorfall, der einen fassungslos zurücklässt.

Am Samstagmorgen habe sie mit einem Gießener Stadtbus der Linie 2 zum Bahnhof fahren wollen. Beim Versuch auszusteigen kam es dann allerdings zu der verwerflichen Aktion des im Dienst befindlichen Busfahrers.

Zunächst habe dieser noch versucht, die entsprechende Rollstuhlrampe per Hand umzuklappen. Als ihm dies nicht gelang, fragte Frieda ihn nach dem speziellen Schlüssel, den man hierfür eigentlich benötigt. Dem entgegnete der Busfahrer den Schilderungen zufolge, dass er nicht wisse, wo der Schlüssel sei. Auch suchen wollte er ihn offensichtlich nicht, sondern Frieda einfach selbst hinausschieben.

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"Ich möchte nicht, dass Menschen, die weder mich noch meinen Rollstuhl kennen, mich eine derartig hohe Stufe hinunterschieben", beschrieb die 18-Jährige ihre verständliche Angst und führte weiter aus: "Für mich ist dies ein Eingriff in meine Privatsphäre. Mit einer vorhandenen Rampe hätte ich eigenständig aussteigen können. Daher kommunizierte ich dem Busfahrer gegenüber klar, dass ich das nicht möchte und dass er bitte nach dem Metall-Schlüssel für die Rampe Ausschau halten soll."

Daraufhin antwortete dieser Friedas Aussagen nach völlig deplatziert: "Ja, dann bleiben Sie halt drin!"

Stadt und Stadtwerke Gießen reagieren auf Vorfall

Solche Rampen machen das Busfahren heutzutage eigentlich barrierefrei - vorausgesetzt sie werden ordnungsgemäß eingesetzt.
Solche Rampen machen das Busfahren heutzutage eigentlich barrierefrei - vorausgesetzt sie werden ordnungsgemäß eingesetzt.  © 123rf/romanzaiets

Frieda erzählte, wie sie in der Folge Panik bekam und anfing zu weinen, weil sie auf den Busfahrer angewiesen war.

Und als wäre all dies nicht schon genug, überschritt der Mann im weiteren Verlauf die nächste Grenze, packte Friedas Rollstuhl ohne ihr Einverständnis und setzte sie vor die Tür. "Als ich mich vor lauter Angst festhalten wollte, entgegnete er mir mehrfach harsch: 'Lassen Sie das!'".

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"Das ist mein jüngstes Beispiel einer Erfahrung mit Diskriminierung. Tag für Tag erleben wir Rollstuhlfahrer*innen ähnliche Situationen. Die Inklusion steht erst am Anfang und schränkt unsere Selbstständigkeit ein, es ist wichtig, dass solche Situationen auch bei Menschen ohne Behinderung ankommen, da sie vielleicht gar nicht mitbekommen, welche Probleme Rollstuhlfahrer*innen jeden Tag erleben", schreibt Frieda abschließend.

Unter ihrem Post meldete sich im Anschluss zunächst die Stadt Gießen, die den Vorfall an die für den Stadtbusverkehr zuständigen Stadtwerke Gießen weiterleitete. Die Stadtwerke sprachen in der Kommentarspalte infolgedessen ihr Bedauern ob der negativen Erfahrung aus und kündigten an, der geschilderten Situation nachzugehen und sie aufzuklären.

Titelfoto: 123rf/romanzaiets

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