Hälfte der NRW-Schulen verbietet Handys komplett
Von Bettina Grönewald
Düsseldorf - Etwa die Hälfte aller Schulen in Nordrhein-Westfalen untersagt vollständig die Nutzung von Smartphones im Schulbetrieb. Die andere Hälfte erlaubt eine klar begrenzte Nutzung.
Das hat eine landesweite Umfrage des Schulministeriums ergeben. Wenig überraschend: Mit zunehmendem Alter der Schülerinnen und Schüler wachsen die Freiräume.
Insgesamt verfügen nach Angaben des Ministeriums rund 98 Prozent aller öffentlichen Schulen in NRW inzwischen über eine verbindliche Handyregelung, bei den weiterführenden Schulen sind es demnach sogar 100 Prozent.
Im Frühjahr 2025 hatte das Ministerium die Schulen in NRW aufgerufen, bis zum Herbst eigene, verbindliche Regelungen zur Handynutzung zu entwickeln und dafür Leitlinien vorgegeben.
Bei einigen Grundschulen waren die Beteiligungsprozesse zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht abgeschlossen. Grundsätzlich sollte an Grundschulen die private Nutzung von Handys und Smartwatches nicht erlaubt sein.
Die weiterführenden Schulen sollten verbindliche, altersgerechte Regelungen erarbeiten, die gemeinsam getragen werden und im Schulalltag funktionieren.
An Grundschulen sollen Handys tabu sein
Viele Schulen hätten seitdem erstmals verbindliche Vorgaben beschlossen, andere ihre bestehenden Regelungen deutlich nachgeschärft, teilte das Ministerium in Düsseldorf mit.
"Gerade die Jüngsten brauchen Schutzräume ohne Ablenkung", betonte Schulministerin Dorothee Feller (59, CDU).
Dass die meisten Grundschulen inzwischen schon ein generelles Handyverbot während des Schulbetriebs beschlossen hätten, sei "ein starkes Signal für Kinder, Eltern und Lehrkräfte".
Die weiterführenden Schulen setzen auf differenzierte Regelungen: 79 Prozent der Gesamtschulen und 86 Prozent der Gymnasien unterscheiden nach Jahrgangsstufen. Andere Schulen regeln die Nutzung nach Zeiten oder Bereichen.
Das schaffe Orientierung und sorge für mehr Konzentration im Unterricht, hob Feller hervor. "Wo vorher auf dem Schulhof aufs Display geschaut wurde, wird heute wieder miteinander gesprochen." Das sei ein Gewinn für das soziale Lernen.
Titelfoto: Bildmontage: Henning Kaiser/dpa, Jens Kalaene/dpa

