Dramatische Engpässe bei Medikamenten! Was bedeutet das für Weihnachten?

Berlin - Angesichts der Engpässe von bestimmten Medikamenten klagt die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) über unnötige Bürokratie.

Deutschlands Apotheken beklagen anhaltende Lieferengpässe bei einer Reihe von Medikamenten, darunter Fiebersäfte für Kinder, Magensäureblocker, Hustensäfte und Blutdruckmittel.
Deutschlands Apotheken beklagen anhaltende Lieferengpässe bei einer Reihe von Medikamenten, darunter Fiebersäfte für Kinder, Magensäureblocker, Hustensäfte und Blutdruckmittel.  © Waltraud Grubitzsch/dpa

"Ein individuell hergestellter Fiebersaft in der Apotheke kostet natürlich mehr und die Krankenkassen erstatten das nicht, wenn es nicht auf dem Rezept verordnet steht. Der Arzt kann aber nicht wissen, dass es in der Apotheke keinen Fiebersaft geben wird", sagte Gabriele Overwiening der Deutschen Presse-Agentur. So entstehe nur wegen der Krankenkassen eine völlig unnötige Bürokratie.

Es wäre ihrer Ansicht nach sinnvoll, dass Apotheken entscheiden könnten, wann sie das Mittel selbst herstellen. Ein weiteres Problem sei der zeitliche Mehraufwand, sagte Overwiening. Denn: "Wir dürfen das auch nicht im Voraus herstellen."

Zuletzt gab es Lieferschwierigkeiten bei Kindermedikamenten wie Fieber- und Hustensäften. Auch Mittel für Erwachsene sind betroffen, etwa Krebsmedikamente und Antibiotika, wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) erläutert hatte. Das Ministerium weist darauf hin, dass nicht alle Lieferengpässe auch Versorgungsengpässe bedeuten.

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Für Apotheken bringen die Engpässe mehr Aufwand, etwa um Alternativen für nicht lieferbare Präparate zu finden.

Derzeit viele Atemwegsinfektionen bei Kindern

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) wies darauf hin, dass auch etwa Krebsmedikamente und Antibiotika von den Engpässen betroffen seien.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) wies darauf hin, dass auch etwa Krebsmedikamente und Antibiotika von den Engpässen betroffen seien.  © Roberto Pfeil/dpa

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sieht einen Grund der aktuellen Knappheit darin, dass sich manche Apotheken und Großhändler das Lager zu voll machten und die Arzneien andernorts fehlten. Es sei weiter von einer Verteilproblematik auszugehen, teilte es vor einigen Tagen mit.

Eine weitere Ursache sei, dass es derzeit so viele Atemwegsinfektionen bei Kindern gebe, wodurch die Nachfrage steige. Apotheken und Gewerkschaften sehen zudem wirtschaftlichen Druck und die Produktion in kostengünstigen Ländern als Faktoren.

"Die Apotheken sind sehr belastet und oft am Ende ihrer Kräfte. Die Apothekerinnen und Apotheker bekommen die ganze Enttäuschung der Menschen ab", sagte Overwiening. "Die Probleme entstehen vorher und das muss dann in der Apotheke ausgebadet werden."

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Doch was sollen Eltern mit einem kranken Kind tun, wenn der Husten- oder Fiebersaft knapp ist?

Medikamente nicht hamstern

Wenn das Kind Fieber hat, sind in vielen Familien Fiebersäfte erste Wahl. Aber die sind derzeit schwer zu bekommen.
Wenn das Kind Fieber hat, sind in vielen Familien Fiebersäfte erste Wahl. Aber die sind derzeit schwer zu bekommen.  © Jörg Carstensen/dpa

"Ich rate den Eltern: Gehen Sie mit ein bisschen Zeit und Geduld in die Apotheke", sagte die ABDA-Präsidentin. "Das Team der Apotheke wird mit Ihnen nach einer Lösung suchen." Der Rat der Apothekerinnen und Apotheker sei wichtig, denn dabei müssten viele Faktoren beachtete werden - etwa das Alter der Kinder oder ob sie schon gut Tabletten schlucken können.

Wichtig sei ihr vor allem, dass Eltern nicht panisch werden und Medikamente hamstern. "Diejenigen, die hamstern, machen das ja meistens, wenn sie gesund sind", sagte Overwiening. "Dann fehlt denen, die gerade krank sind, das Arzneimittel. Das ist ein Teufelskreis."

Auch mit Blick auf die Weihnachtstage will die Präsidentin die Menschen beruhigen. "Die Apotheken wissen heute schon, wer Notdienst hat", sagte sie. Diese Apotheken würden sich ausrüsten und dann auch mehr vorrätig haben.

"Da bin ich sicher, dass meine Kollegen in den Apotheken für eine sichere Versorgung sorgen werden."

Titelfoto: Montage: Waltraud Grubitzsch/dpa, Roberto Pfeil/dpa

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