Von Mona Wenisch
Wiesbaden - Milliarden-Ausgabenbremsen sowie höhere Zuzahlungen: Was bedeutet das Sparpaket für Patienten und Praxen? Hessische Therapeuten warnen eindringlich vor den Folgen des beschlossenen Gesundheitsreform-Gesetzes!
"Was sich erst einmal vom Namen her schön anhört, weil es Stabilität suggeriert", erklärt der Psychologische Psychotherapeut Martin Badzura in seiner Praxis in Offenbach am Main. "Das Gegenteil ist aber der Fall. Aus meiner Sicht ist es einer der größten Eingriffe in die Versorgung und Vergütung der ambulanten Psychotherapie in Deutschland."
Die entsprechend geplanten Maßnahmen im GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz erhöhten den Druck auf die ambulant tätigen Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen enorm, hieß es von der Psychotherapeutenkammer Hessen kurz nachdem das Gesetz von der Regierung beschlossen wurde.
"Dieses gesamte Paket spart am völlig falschen Ende - zulasten psychisch erkrankter Menschen und einer Berufsgruppe, die nur ein Prozent der GKV-Kosten ausmacht", sagte Präsidentin Heike Winter. Und weiter: "Jeder Euro, der jetzt gespart wird, muss an anderer Stelle draufgezahlt werden. Wir sind maßlos enttäuscht über dieses Gesetz."
Die meisten Kürzungen würden spätestens ab Januar 2027 wirksam.
Auswirkungen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes in Deutschland: Worum geht es?
Konkret geht es um ein Gesundheits-Sparpaket der Bundesregierung, das Ende Juli in Kraft getreten ist.
Das Paket sieht Milliarden-Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche vor - und zusätzlich höhere Zuzahlungen und teils tiefgreifende Einschnitte für Versicherte im Land.
Dies soll die gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr in Milliardenhöhe entlasten und neue Erhöhungen der Zusatzbeiträge verhindern.
Das hessische Gesundheitsministerium teilte auf Anfrage mit, Hessen habe sich in Berlin für die Psychotherapie eingesetzt. "Entscheidend ist nun, dass die angekündigten Verbesserungen für die psychotherapeutische Versorgung zügig und verlässlich vom Bund umgesetzt werden", hieß es.
Man werde sich dafür einsetzen, dass nötige Rahmenbedingungen geschaffen würden, "damit psychisch erkrankte Menschen einen angemessenen und rechtzeitigen Zugang zu psychotherapeutischer Behandlung bekommen".