Deutsche Marine schickt Kriegsschiffe ins Ostsee-Manöver

Rostock - Die Deutsche Marine übt wieder den Krisenfall auf der Ostsee. Ab Montag brechen zahlreiche Kriegsschiffe und Soldaten zu einer Übung auf. 

Auch die Fregatte "Nordrhein-Westfalen" wird kurzzeitig zur Übung dazustoßen.
Auch die Fregatte "Nordrhein-Westfalen" wird kurzzeitig zur Übung dazustoßen.  © Bundeswehr/Kim Brakensiek

Bis zum 7. September läuft das Manöver "German Exercise 2020 (Gerex)" in der westlichen Ostsee, wie die Marine am Montag mitteilte. 

Daran sind mehrere Hundert Soldaten beteiligt, wie ein Sprecher auf TAG24-Nachfrage sagte. 

Über den genauen Start des Manövers war zuvor nichts bekannt geworden. 

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Eigentlich war diesen Herbst das alljährliche Manöver "Northern Coasts" geplant, wie es seit 2007 stattfindet. Doch wegen der Corona-Pandemie wurde es abgesagt. 

Zuletzt fand die Übung im Herbst 2019 statt. Rund 3000 Soldaten aus Nato- und EU-Staaten nahmen daran teil, 1300 davon stellte die Bundeswehr. 

Als Reaktion auf die Absage entschied sich der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause (63), eine vorwiegend nationale Übung zu generieren. Ziel sei es, die Einsatzbereitschaft der Besatzungen im Verbandsrahmen zu stärken. 

Die Übung umfasse Einzelausbildungen sowie taktische Verbandsübungen, die Schiffstypen übergreifend stattfinden. 

U-Boot, Hubschrauber, Nato-Verband und mehr dabei

Das U-Boot U33 ist ein Hauptakteur des Manövers.
Das U-Boot U33 ist ein Hauptakteur des Manövers.  © Bundeswehr/Bastian Fischborn

Dabei werden Schiffe und Boote aus beiden Einsatzflottillen sowie die Marineflieger eingesetzt. 

Hauptakteure des Manövers Gerex werden das Minenjagdboot "Homburg", der Tender "Werra", das Unterseeboot U33, ein Boardingteam des Seebataillons, eine P-3C "Orion" und die beiden Hubschrauber "Sea King" und "Sea Lynx" sein. 

Kurzzeitig sollen auch die Fregatte "Nordrhein-Westfalen" und der Nato-Verband "Standing Nato Maritime Group 1" (SNMG 1) zur Übung dazu stoßen. 

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Die Estnische Marine wird sich mit dem Minenjagdboot "Ugandi" beteiligen. 

Die Ostsee ist wegen ihrer Seewege von strategischem Interesse. Aufgrund ihrer Geografie mit vielen Meerengen und Inseln sowie geringen Wassertiefen ist sie für die Streitkräfte ein besonders anspruchsvolles Operationsgebiet. 

Die Bundeswehr bezeichnet sie als "nasse Flanke". Offen sagt es zwar niemand, doch eine Gefahr wird wieder in Russland gesehen. Mit besonderer Wachsamkeit wurde daher eines der größten Manöver der Baltischen Flotte in der Ostsee im August 2019 beobachtet. 

Mehr als 10.000 Soldaten der russischen Marine nahmen daran teil, mehrere Kriegsschiffe drangen dabei laut Frankfurter Allgemeine Zeitung bis vor die dänische und deutsche Küste vor. 

Titelfoto: Bundeswehr/Kim Brakensiek

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