Entwürdigende Aufnahmerituale und Drogenhandel: Durchsuchung an Bundeswehr-Uni

Hamburg - Bundeswehrinterne Ermittlungen haben Mitte Januar zu einer Durchsuchung an der Universität der Bundeswehr in Hamburg geführt. Es wird von mehreren Beschuldigten ausgegangen.

An der Helmut-Schmidt-Universität kam es Mitte Januar zu einer Durchsuchung.  © Julian Mieth/dpa

Wie die Bundeswehr am Dienstag mitteilte, sei der Grund für die Durchsuchung an der Helmut-Schmidt-Universität der "Verdacht auf unerlaubten Umgang mit Betäubungsmitteln nach dem Betäubungsmittelgesetz".

Dabei könnte es nicht nur sein, dass Drogen konsumiert, sondern auch von Studierenden vertrieben wurden.

Der Sachverhalt werde aktuell durch die zivilen Strafverfolgungsbehörden und weiterhin auch bundeswehrintern ermittelt.

Bundeswehr Jetzt gibt es Konsequenzen: Erste Strophe des Deutschlandliedes auf sächsischer Bundeswehr-Feier abgespielt

Ob und in welchem Umfang bei der Durchsuchung Drogen gefunden wurden, gab die Bundeswehr in der Mitteilung nicht preis.

Inzwischen seien aber weitere Verdachtsfälle zum unerlaubten Umgang mit Betäubungsmitteln bekannt geworden. Es werde daher von mehreren Beschuldigten ausgegangen.

Auf Grundlage der ersten Ermittlungserkenntnisse habe die Bundeswehr "erste disziplinare Sofortmaßnahmen verfügt", heißt es.

Anzeige

Rituale sind erlaubt, aber nur in gewissen Grenzen

Die Bundeswehr prüft zugleich Hinweise auf entwürdigende Aufnahmerituale.  © Sebastian Gollnow/dpa

Jeglicher Umgang mit illegalen Betäubungsmitteln stehe in fundamentalem Widerspruch zum Selbstverständnis der Truppe und den in der Bundeswehr gelebten Werten.

"Die Bundeswehr verfolgt hier ohne Wenn und Aber eine 'Null-Toleranz-Linie' – arbeits-, disziplinar- und strafrechtlich. Jedem Verdachtsfall wird entschieden und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln nachgegangen. Der Fokus der laufenden Ermittlungen ist darauf gerichtet, die Verdachtsmomente schnellstmöglich und umfassend aufzuklären und mögliches Fehlverhalten konsequent zu ahnden", heißt es in der Mitteilung.

Außerdem würden auch Hinweise auf in der Vergangenheit liegende, möglicherweise entwürdigende Aufnahmerituale geprüft.

Bundeswehr Bundeswehr-Idee stößt bei Nationalpark auf Ablehnung

Rituale seien vielfältig und könnten zur Integration beitragen, seien aber nur zulässig, solange sie "die Grenzen der guten Sitten und des Anstandes nicht überschreiten und die Rechte der beteiligten Personen dabei nicht verletzt werden".

Demnach dürfen sie nicht physisch übergriffig, ausgrenzend oder diskriminierend sein.

Mehr zum Thema Bundeswehr: