Marine schickt Soldaten aus Kiel zur Verstärkung in die Ostsee

Kiel - Am Montagnachmittag sind noch vier weitere Schiffe und Soldaten der Deutschen Marine in die Ostsee ausgelaufen, um die NATO-Nordflanke zu verstärken.

Am Mittwoch starteten insgesamt sechs Schiffe der Deutschen Marine von Kiel in die Ostsee.
Am Mittwoch starteten insgesamt sechs Schiffe der Deutschen Marine von Kiel in die Ostsee.  © Presse- und Informationszentrum Marine

Teil der Mission seien die Minenjagdboote "Sulzbach-Rosenberg" und "Homburg", das Minensuchboot "Siegburg" sowie der Tender "Elbe", wie die Marine in einer Erklärung am Mittwoch mitteilte.

Am Vormittag hatten sich bereits die Minenjagdboote "Datteln" und "Fulda" auf den Weg gemacht.

"Unser Signal ist klar: nicht während unserer Wache!", so der Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Jan Christian Kaack (59).

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Aktueller Anlass dieser Maßnahmen ist die zugespitzte Russland-Ukraine-Krise.

Deutsche Marine will Bündnispartner unterstützen

Auch das Flottendienstboot "Alster" ist seit dem Wochenende unterwegs.
Auch das Flottendienstboot "Alster" ist seit dem Wochenende unterwegs.  © Presse- und Informationszentrum Marine

Die Verstärkung der Nordflanke seitens der Deutschen Marine könne als Ausdruck enger Verbundenheit mit Deutschlands Partnern in Osteuropa gewertet werden, die aufgrund der Krise eine verstärkte Bedrohung wahrnehmen würden.

"Unsere Alliierten und Bündnispartner können darauf vertrauen, dass die Deutsche Marine ihren Beitrag zur Stärkung der Einsatz- und Verteidigungsbereitschaft der NATO leistet", hieß es in dem Beitrag weiter.

Am Samstag hatte die Deutsche Marine bereits die Korvette "Erfurt" und das Flottendienstboot "Alster" losgeschickt, nachdem am Donnerstag der Krieg in der Ukraine begonnen hatte.

Kaack wird neuer Inspekteur der Marine

Dem Vizeadmiral Jan Christian Kaack wird am 11. März das Amt des Inspekteurs der Marine von dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn (62), übergeben, teilte die Marine am Montagnachmittag außerdem mit.

Kaacks Augenmerk liege vor allem auf der Nordflanke: "Wir haben bereits seit längerem unsere Präsenz in der Ostsee erhöht, um damit ein deutliches Zeichen für unsere Bündnissolidarität zu setzen", so der Befehlshaber.

Kaacks Vorgänger Kay-Achim Schönbach (56), hatte seinen Posten Ende Januar nach umstrittenen Äußerungen zum Ukraine-Konflikt abgegeben. Schönbach hatte öffentlich Verständnis für den russischen Präsidenten Wladimir Putin (69) ausgedrückt "Was er wirklich will, ist Respekt auf Augenhöhe. Und - mein Gott - jemandem Respekt entgegenzubringen, kostet fast nichts, kostet nichts", sagte er bei einem Auftritt in Indien.

Kaacks Nachfolger wird Konteradmiral Frank Lenski (60).

Aktualisiert: 28. Februar, 16.22 Uhr

Titelfoto: Presse- und Informationszentrum Marine

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