Söder will Wehrpflicht: Fragebogen-Armee wird Putin nicht abschrecken
Von Christoph Trost
Alles in Kürze
- Markus Söder fordert allgemeine Wehrpflicht in Deutschland.
- Söder hält Bundesregierungs-Beschluss für unzureichend.
- Russlands Präsident Putin soll durch Fragebogen-Armee nicht abgeschreckt werden.
- CSU will Wehrdienst-Reform nicht aufgeben.
- Bundeskanzler Merz geht von genügend Freiwilligen aus.
München - CSU-Chef Markus Söder (58) hält die Beschlüsse der Bundesregierung für einen neu gestalteten Wehrdienst für unzureichend - er fordert weiterhin eine allgemeine Wehrpflicht in Deutschland.

"Der Beschluss jetzt ist ein Einstieg - aber das reicht natürlich nicht, denn [Russlands Präsident Wladimir] Putin wird sich nicht von einer Fragebogen-Armee abschrecken lassen", erklärte der bayerische Ministerpräsident der "Augsburger Allgemeinen".
Söder verwies entsprechend auf die russische Bedrohungslage für die NATO-Staaten und führte aus: "Deshalb dürfen wir eigentlich keinen Tag warten: Wir brauchen eine richtige Wehrpflicht."
"Nach Einschätzungen von Militärexperten könnte Putin zwischen 2027 und 2029 bereit sein, die NATO herauszufordern", warnte Söder. "Wir müssen unsere Bundeswehr massiv stärken, nur so können wir unsere Freiheit verteidigen", so die Forderung.
Dafür brauche es Geld und mehr Soldaten.
CSU will laut Markus Söder "nicht lockerlassen"

Der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf der Bundesregierung bleibe hinter Erwartungen zurück.
"Daher klipp und klar: Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es braucht mehr." Die CSU werde da auch weiterhin nicht lockerlassen. "Die Soldaten sehen es ähnlich wie wir", so Söder.
Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch das Gesetz zur Einführung eines neuen Wehrdienstes auf den Weg gebracht. Die Ministerrunde billigte dabei auf einer Sitzung im Verteidigungsministerium den Rechtsrahmen, der eine Wehrerfassung junger Männer einführt, aber zunächst auf Freiwilligkeit und zusätzlich einen attraktiveren Dienst setzt.
Eine Rückkehr zur Wehrpflicht in Friedenszeiten, wie sie vor allem Unionspolitiker wiederholt gefordert hatten, wurde hingegen nicht vereinbart.
Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) geht nach eigener Aussage davon aus, dass mit dem neu gestalteten Wehrdienst fürs Erste genügend junge Leute für einen Dienst bei der Bundeswehr gewonnen werden können. "Ich bin jedenfalls aus heutiger Sicht zuversichtlich, dass wir zunächst jedenfalls die Zahlen, die wir brauchen, erreichen."
Titelfoto: Matthias Balk/dpa