Von André Stahl und Andreas Hoenig
Berlin/München - Mit Inkrafttreten der neuen Spritpreisregel sind an Tankstellen mittags die Kosten für Benzin und Diesel gestiegen.
Nach der neuen Vorgabe dürfen die Preise nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, erhöht werden.
Wie Reporter der Deutschen Presse-Agentur beobachteten, war dies an verschiedenen Standorten der Fall. Teils wurden Aufschläge von bis zu 20 Cent beobachtet. Auch aus Tank-Apps ging hervor, dass an Zapfsäulen die Preise mittags angehoben wurden.
Im Schnitt sind die Preise von Super und Benzin um knapp acht Cent auf den bisher höchsten Stand in diesem Jahr gestiegen.
Nach einer Auswertung des ADAC kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt um kurz nach 12 Uhr 2,175 Euro, 7,6 Cent mehr als kurz vor 12 Uhr. Der durchschnittliche Dieselpreis kletterte demnach von kurz vor bis kurz nach 12 Uhr um 7,5 Cent auf 2,376 Euro. Das lag auch deutlich über den morgendlichen Höchstpreisen am Vortag.
Preissenkungen sind nach der Neuregelung jederzeit möglich. Hintergrund der Vorgaben ist der Preissprung seit Beginn des Iran-Kriegs.
Die schwarz-rote Koalition verspricht sich von der Änderung nach österreichischem Vorbild mehr Verlässlichkeit durch weniger Preiserhöhungen sowie mehr Transparenz.
Nutzen der Neuregelung fraglich
Der Autoclub ADAC und Tankstellenbetreiber bezweifeln, dass die Neuregelung einen großen Effekt haben wird.
Die geringere Flexibilität der Mineralölkonzerne bei ihrer Preisgestaltung führe offenbar eher dazu, dass Unsicherheiten wie ein gegebenenfalls steigender Ölpreis vorweggenommen würden, kommentierte ein ADAC-Experte. "Inwiefern die Möglichkeit, Preise jederzeit zu senken, genutzt wird, ist fraglich."
Das Gesetz war am Dienstag im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden und ist damit nunmehr in Kraft getreten.
Verstöße gegen die neue Regel können mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro geahndet werden.