AfD-Politiker will an Heiligabend "Deutschland retten" und vergisst wichtiges Detail

Berlin - Der Berliner AfD-Politiker Gunnar Lindemann (51) hat sich an Heiligabend auf eine besondere Mission begeben, denn er sei nach eigener Aussage unterwegs gewesen, um Deutschland zu retten.

Gunnar Lindemann (51, AfD) hat ein Selfie bei Twitter veröffentlicht, das ihn ohne Maske in einem Zug der Deutschen Bahn zeigt.
Gunnar Lindemann (51, AfD) hat ein Selfie bei Twitter veröffentlicht, das ihn ohne Maske in einem Zug der Deutschen Bahn zeigt.  © Twitter/Gunnar Lindemann MdA

Voller Stolz postete er ein Foto von sich bei Twitter, das ihn in einem leeren Großraumabteil in einem Zug der Deutschen Bahn zeigt. Getreu dem Motto "Für Euch am Heiligabend unterwegs" wollte er sich offenbar als fürsorglicher Politiker darstellen, der selbst am 24. Dezember nicht vor Arbeit zurückschreckt.

Dabei ist ihm jedoch ein folgenschwerer Fehler unterlaufen, denn der in DB-Zügen vorgeschriebene Mund-Nase-Schutz hing dem Mitglied im Landesvorstand der AfD Berlin lediglich unter dem Kinn.

Da ließ ein Shitstorm natürlich nicht lange auf sich warten: "Setz Deine Maske auf und lass Deutschland in Ruhe", forderte ein User den Politiker auf. Und ein Zweiter merkte an: "Ein Retter wäre selbstlos. Und ein mündiger Mitbürger würde u.a. für Deutschland seine Maske über Mund und Nase tragen." Beide Kommentare wurden von Lindemann mit einer polemischen Antwort bedacht.

Ein weiterer Twitter-Nutzer machte dann die Deutsche Bahn in seinem Statement auf den Vorfall aufmerksam: "@DB_Bahn muss man die Masken nicht auch am Platz auflassen?", fragte er.

Mit diesem Tweet sorgt AfD-Politiker Gunnar Lindemann für Empörung

Gunnar Lindemann liefert bei Twitter Beweisfoto für selbstverschuldete Ordnungswidrigkeit

Bereits im Juni 2020 hat der AfD-Politiker sich wegen der Maskenpflicht mit den Berliner Verkehrsbetrieben angelegt. (Archivfoto)
Bereits im Juni 2020 hat der AfD-Politiker sich wegen der Maskenpflicht mit den Berliner Verkehrsbetrieben angelegt. (Archivfoto)  © Michael Kappeler/dpa

Eine Antwort von offizieller Seite folgte prompt: "Natürlich, solange keine Speisen & Getränke verzehrt werden. Aber @AfDLindemann scheint vor lauter 'Deutschlandretten' vergessen zu haben, dass die Maske derzeit essenziell zur Bekämpfung der Pandemie dazugehört. Also bitte schnellstens zur Rettung anderer wieder aufsetzen!", wandte sich ein Mitarbeiter direkt an den AfD-Politiker.

Lindemann antwortete umgehend: "Der Wagon war leer. Ich hätte mich höchstens selber infizieren können. Aber das geht ja auch nicht, denn im Gegensatz zu den ganzen ansteckenden Geimpften habe ich einen ganz frischen, negativen Corona Test dabei. Schöne Weihnachten", verteidigte sich der 51-Jährige.

Daraufhin machte die Bahn ihn nochmals darauf aufmerksam, dass die Maskenpflicht unabhängig davon gelte, "ob man geimpft, getestet oder genesen ist".

Sogar eine Anzeige wegen einer möglichen Ordnungswidrigkeit wurde ins Spiel gebracht: "@bpol_b_einsatz @bpol_b taugt das Bild als Geständnis für eine Ordnungswidrigkeit? Sein Name und Anschrift dürfte bekannt sein", schlug ein User vor.

Dass Gunnar Lindemann keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln macht, ist bekannt: Im Juni 2020 legte er sich diesbezüglich mit den Berliner Verkehrsbetrieben an.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa, Twitter/Gunnar Lindemann MdA (Bildmontage)

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