Klimaaktivisten nehmen AfD in Musikvideo aufs Korn: "Werden immer Loser bleiben"

Sonneberg - Im Landkreis Sonneberg konnte die AfD zum ersten Mal in ihrer Parteigeschichte ein kommunales Spitzenamt erobern. Eine Tatsache, die nicht jedem gefällt. Nachwuchs-Rapper Maurice Conrad (23) verdeutlicht mit seinem neuen Song "CSD in Sonneberg", was er von der Wahl von Robert Sesselmann (50) zum neuen Landrat hält.

Maurice Conrad hat zusammen mit seinem Kollegen Bruno Balscheit einen Song veröffentlicht. In "CSD in Sonneberg" lassen sie kein gutes Haar an der AfD. (Archivbild)
Maurice Conrad hat zusammen mit seinem Kollegen Bruno Balscheit einen Song veröffentlicht. In "CSD in Sonneberg" lassen sie kein gutes Haar an der AfD. (Archivbild)  © Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa

Die einen werden den Track feiern, die anderen sich empören. Aber eins ist sicher, mit seinem Song "CSD in Sonneberg" polarisiert Maurice Conrad und erzeugt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Das Lied mit einer Länge von zwei Minuten und 20 Sekunden ist, kurzum gesagt, ein einziger Seitenhieb gegen die AfD.

In den Anfangszeilen des am Samstag (8. Juli) veröffentlichten Musikvideos lädt das nicht-binäre Rapp-Talent sozusagen zum ersten Pride-Festival nach Sonneberg ein. Hintergrund: Ende Juni wurde AfD-Politiker Robert Sesselmann in einer Stichwahl mit 52,8 Prozent der Stimmen zum Landrat gewählt.

"Es ist CSD in Sonneberg und die AfD empört
Überall ist Party, weil den Landrat unsere Party stört
Ess Dürüm und Ayran in der Thüringer Kleinstadt
Bauen genderneutrale Toiletten vor den Rathauseingang"

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So lauten die ersten Passagen des Songs. In dem dazu veröffentlichten Video ist die Pride-Flagge nahezu omnipräsent und die Toiletten werden provisorisch mit dem genderneutralen Wappen überklebt.

Sänger Maurice Conrad ist 23 Jahre alt, Klimaaktivist bei "Fridays for Future", Buchautor, Politiker und Kolumnist bei "taz". Bereits im Februar hatte er das Lied "Männersex" veröffentlicht und eine Botschaft gegen den aus seiner Sicht "homophoben deutschen Rap" gesendet.

Laut eigenen Angaben produzierte Conrad den Song samt Video innerhalb von drei Tagen von Bruno Balscheit, der in dem Song auch ein paar Passagen übernimmt.

Der Song "CSD in Sonneberg" von Maurice Conrad

AfD profitiert laut den Interpreten von "Spaltung und von Angst"

Im weiteren Verlauf des Songs gibt es immer wieder Spitzen gegen die AfD von den beiden Interpreten. Mit der Pride-Flagge einen Döner essen oder zwei Männer, die sich küssen. Conrad und Balscheit betonen dabei immer wieder, dass es die AfD stört, wenn man solche Dinge tut.

In ihren Augen profitiert die Alternative für Deutschland von "Spaltung und von Angst". Für Weidel, Sesselmann und Höcke haben die zwei nichts übrig. In ihren Augen werden sie "immer Loser bleiben".

Trotz der Wahl von Robert Sesselmann zum Landrat ist die Thüringer Kleinstadt für die Interpreten kein rotes Tuch. Im Gegenteil: für sie ist Sonneberg "schön, bunt, queer", wie in den letzten Sekunden des Videos eingeblendet wird.

Titelfoto: Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa

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