Mehrere zehntausend Demonstranten erwartet: Wird der AfD-Bundesparteitag zur Katastrophe?

Von Sebastian Haak, Christian Rüdiger

Erfurt - Das Bündnis "Zusammenstehen" erwartet, dass sich mehrere zehntausend Menschen Anfang Juli an Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt beteiligen.

Alice Weidel (47, r.) und Tino Chrupalla (51, l.) wollen auf dem AfD-Bundesparteitag am 4. und 5. Juli in Erfurt als Parteichefs wiedergewählt werden.  © Michael Kappeler/dpa

"Wir verwandeln Erfurt an diesem Tag in ein großes Demokratiefest", sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Bezirk Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, in Erfurt. Das Bündnis wolle für alles stehen, was die AfD ablehne. Dazu gehöre auch die Menschenwürde.

DGB-Regionalchef Rudolph und andere Vertreter von "Zusammenstehen" erklärten, aus ihren Reihen werde es keine Blockadeversuche gegen die AfD und ihren Parteitag geben. "Wir gehen an diesem Tag friedlich auf die Straße." 

Im Bündnis "Zusammenstehen" sind zahlreiche Organisationen, Kirchen und Parteien vertreten. Es hat mehrere Kundgebungen und Demonstrationen im Stadtgebiet von Erfurt angemeldet.

AfD Finanzskandal überschattet AfD-Parteitag

Die AfD hält am 4. und 5. Juli ihren Bundesparteitag auf dem Geländer der Erfurter Messe ab. Zu Protesten ruft auch ein Bündnis mit dem Namen "Widersetzen" auf, das Zufahrten zum Parteitag blockieren will. 

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AfD-Bundesparteitag in Erfurt kein Zufall?

Dass die AfD ihren Parteitag in diesem Jahr in Thüringen und nicht in Sachsen-Anhalt abhalte, obwohl dort im September ein neuer Landtag gewählt wird, sei ein "Kniefall" vor dem Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke (54) und der radikalen Strömung, die er vertrete, äußerte der Gewerkschafter.

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Es geht Höcke nach Auffassung von Rudolph bewusst darum, diesen Parteitag in Erfurt einhundert Jahre nach einem NSDAP-Parteitag in Weimar abzuhalten. Die AfD selbst hatte Parallelen zu diesem Datum zurückgewiesen.

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