Mitgliederzahlen in Thüringen: AfD wird immer größer, BSW schrumpft
Von Sebastian Haak
Erfurt - Das lange Hin und Her bei der Aufnahme von neuen Parteimitgliedern beim BSW hat deutliche Spuren bei dessen Thüringer Landesverband hinterlassen.
Im ersten Halbjahr 2026 seien etwa 200 Menschen aus der Partei ausgetreten, sagte der stellvertretende Landesvorsitzender des BSW Thüringen, Robert Schöne, der Deutschen Presse-Agentur.
Ein Teil dieser Männer und Frauen habe die Partei aus Verärgerung über die bisher lange Bearbeitungsdauer von Mitgliedsanträgen verlassen. Andere seien ausgetreten, weil sie umgezogen seien oder sich ihre Lebensumstände geändert hätten.
Nach Angaben von Schöne hat das BSW nach Zahlen aus dem laufenden Monat etwa 570 Mitglieder in Thüringen. Im November 2025 waren es etwa 770 Mitglieder gewesen. Wenige Wochen zuvor seien es noch etwa 240 Mitglieder beim Thüringer BSW gewesen.
Dass die Zahl dann innerhalb weniger Wochen auf fast 800 Mitglieder gestiegen sei, habe mit der damals erfolgten Aufnahme bereits länger wartender Antragsteller in die Mitgliederdatenbank der Bundespartei zu tun gehabt, erklärte Schöne.
Mitgliederzuwachs bei AfD hält an
Einen anhaltenden, leichten Mitgliederzuwachs verzeichnet die Thüringer AfD, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde.
Anfang Juli seien in der Partei fast 2900 Männer und Frauen registriert gewesen, sagte der AfD-Bundestagsabgeordnete Torben Braga (34), der auch Mitglied des AfD-Landesvorstandes ist. Anfang des laufenden Jahres seien es noch etwa 2700 Mitglieder gewesen, Anfang 2025 waren es noch etwa 2100 Mitglieder.
Laut Braga gebe es zwei Gründe für dieses Mitgliederwachstum. "Zum einen nehmen die Bürger eine wachsende Diskrepanz zwischen der realen Lebenswirklichkeit und der Politik der etablierten Parteien auf Landes- und Bundesebene wahr." Zum anderen zeige sich, dass der Zuspruch für die AfD bei den Wahlen in Thüringen eine verstärkende Wirkung habe.
"Der Wahlerfolg und die parlamentarische Arbeit motivieren immer mehr Unterstützer, den Schritt von der reinen Wählerschaft hin zu einer aktiven, gestaltenden Mitgliedschaft zu gehen", betonte der 34-Jährige.
Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

