Von Nico Pointner
Donzdorf - Begleitet von Protesten hat sich die neue Jugendorganisation der AfD, die Generation Deutschland (GD), auch in Baden-Württemberg formiert. Zum neuen Vorsitzenden wurde bei der Gründungsversammlung in Donzdorf im Kreis Göppingen Benjamin Götz (29, AfD) gewählt.
Er setzte sich in einer Kampfkandidatur knapp gegen den Landtagsabgeordneten Chris Hegel durch. Götz erhielt 40 Stimmen, sein Kontrahent Hegel 38. Eigentlich war erwartet worden, dass Hegel das Rennen macht, unter anderem weil er den Rückhalt des Landesverbands genießt. Vor der Tür gab es Proteste gegen das Treffen.
Der neue Chef der Jugendgruppierung, Benjamin Götz, 29 Jahre alt, kommt aus Schwäbisch Hall, ist gelernter Kfz-Mechatroniker und arbeitet in einem Autohaus.
Er saß nach eigenen Angaben zwei Jahre im Landesvorstand der Südwest-AfD und vier Jahre im Landesvorstand der Jungen Alternative (JA). 2025 kandidierte Götz erfolglos für den Bundestag.
"Mir liegt die Jugendarbeit am Herzen", sagte er nach seiner Wahl der Deutschen Presse-Agentur.
"Wir wollen eine selbstbewusste und ernstzunehmende Jugend aufbauen, die mit anderen Parteien konkurriert und in einem guten Austausch mit dem Landesverband steht", sagte Götz.
Rechter Literaturkreis und "Actionspiele" in Zeltlagern
In seiner Bewerbungsrede kündigte Götz an, sich unter anderem für die körperliche Fitness der Jugend engagieren zu wollen. "Denn eine Jugend, die körperlich stark ist, ist auch geistig stark." Zudem wolle er einen "rechten Literaturkreis" organisieren. Die Jugend müsse auf die Straße und das Land "vor einem übergriffigen Staat" schützen, so Götz.
"Es gibt eine rechte Subkultur", sagte er der dpa im Nachgang. Man wolle das "verstaubte Image der Alte-Herren-Partei AfD wegkehren". Götz sprach davon, dass sich die AfD-Jugend etwa zum Fußball treffen könne, oder dass man Wanderungen oder Zeltlager mit "Actionspielen" veranstalten könne. "Körperliche Ertüchtigung ist nie verkehrt."
Es handelt sich laut Südwest-AfD um den letzten Landesverband der Generation Deutschland (GD), der sich gründet. Von der Vorgängerorganisation Junge Alternative (JA) hatte sich die AfD getrennt.
Die JA hatte sich aufgelöst. Sie war als eigenständiger Verein nur lose an die AfD angebunden, der Einfluss der Mutterpartei war begrenzt. JA-Mitglieder – mit Ausnahme der Vorstände – mussten nicht Mitglied der Partei sein.
Die neue Organisation soll eng an die Landespartei angebunden sein. Mitglied in der GD kann in der Regel jetzt nur noch sein, wer auch schon in der AfD ist. Verstöße gegen Regeln oder Fehlverhalten können somit geahndet werden, bis hin zum Parteiausschluss.