Von Jörg Ratzsch, Christian Rüdiger
Berlin/Erfurt - Vor dem AfD-Bundesparteitag in Erfurt hat Co-Parteichef Tino Chrupalla (51) ein entschlossenes Vorgehen der Behörden gegen mögliche Blockaden des Treffens gefordert.
"Ich hoffe, dass es insgesamt natürlich friedlich bleibt", sagte er im ARD-"Interview der Woche" und kritisierte Blockade-Ankündigungen von AfD-Gegnern.
Es seien "im Endeffekt Gesetzesbrüche", wenn man Teilnehmer darin hindere, "zu einem Parteitag einer demokratischen Partei zu gelangen", betonte Chrupalla. "Wenn man Straßen blockiert, hoffe ich, dass der Rechtsstaat auch hier dementsprechend reagiert."
Bei dem Parteitag in der Erfurter Messe wollen sich am Samstag und Sonntag bis zu 600 AfD-Mitglieder versammeln. Bei dem Treffen soll die Führungsspitze der Partei neu gewählt werden. Die Chefs Alice Weidel (47) und Tino Chrupalla dürften im Amt bestätigt werden. Zahlreiche Protestaktionen sind angekündigt.
Thüringens langjähriger Ministerpräsident Bodo Ramelow (70) warnte vor gewalttätigen Protestaktionen gegen den Bundesparteitag der AfD. "Ich lehne jede Form von selbst legitimierter Gewalt ab", erklärte der Linke-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.
Er persönlich unterstützte keine Verhinderungsblockaden. Die Versammlungsfreiheit im Grundgesetz gelte für alle, auch die AfD, so der Bundestagsvizepräsident.