Was Höcke von AfD-Regierungsoptionen in Sachsen-Anhalt hält

Von Stefan Hantzschmann

Erfurt - Eine AfD-geführte Landesregierung in Sachsen-Anhalt müsste nach Ansicht des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke (54) liefern.

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke (54) hat sich zu der bevorstehenden Landtagswahl im September in Sachsen-Anhalt geäußert.  © Christoph Schmidt/dpa

"Die haben jetzt eine ganz große Verantwortung", sagte Höcke der Deutschen Presse-Agentur.

Der 54-Jährige zeigte sich überzeugt, dass seine Partei eine absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt braucht, um in Regierungsverantwortung zu kommen. "Und dann gibt es auch keine Entschuldigung mehr, keinen Koalitionsfrieden, den man einhalten muss, dann muss man zeigen, dass man's kann", betonte er.

Höcke machte klar, dass für die AfD zwar auch eine Koalition infrage kommt, wenn sie keine absolute Mehrheit erreichen sollte - jedoch nur, wenn sie auch den Ministerpräsidenten stellt. "Als Seniorpartner - dann ja, aber nicht als Juniorpartner. Das würde dann nicht gegen die Prämissen des Thüringer Wegs verstoßen."

AfD Neuer Umfrage-Rekord: So groß ist Abstand zwischen AfD und Union jetzt

Zugleich signalisierte er, dass eine Koalition etwa mit der CDU nicht ohne Risiko für die AfD wäre. "Wenn man die CDU kennt, dann weiß man, dass die Gefahr extrem groß ist, dass man in einer eiskalten Umarmung zugrunde geht."

Anzeige

Regierungsverantwortung in Sachsen-Anhalt?

Eine Regierungsverantwortung in Sachsen-Anhalt hätte nach Ansicht von Höcke durchaus Auswirkungen auf die Art der AfD, Politik zu betreiben. "Eins ist auch klar: Wenn der Ulli Ministerpräsident wird mit absoluter Mehrheit, dann ist er der Ministerpräsident aller Sachsen-Anhalter", erklärte Höcke. Siegmund müsse dann integrieren. "Dann muss er versuchen auch Landesvater zu werden und alle mitzunehmen." 

Außerdem müsse die AfD dann trotzdem ihre programmatischen Punkte auch umsetzen und den Menschen zeigen, dass man eine "grundsätzliche Korrektur der Politik" umsetzt. Eine selbstbewusste Landesregierung könne vor allem "die Psychologie Gesamtdeutschlands beeinflussen." "Es ist ja nicht so, dass man als Landesregierung Narrenfreiheit hätte im Bundesgefüge."

Mehr zum Thema AfD: