Austrittswelle beim BSW in Sachsen-Anhalt: Mehrere Vorsitzende gehen

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Magdeburg – Kurz vor der Landtagswahl muss das BSW in Sachsen-Anhalt einen deutlichen Rückschlag verkraften. Mehrere Mitglieder haben ihren Austritt angekündigt, darunter aktuelle und ehemalige Funktionäre.

Äußerungen der Parteigründerin Sahra Wagenknecht (57) sorgten unter anderem für die Austrittswelle. (Archivfoto)
Äußerungen der Parteigründerin Sahra Wagenknecht (57) sorgten unter anderem für die Austrittswelle. (Archivfoto)  © Peter Gercke/dpa

Wie die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) berichtet, liegt ihr ein gemeinsames Schreiben der Abtrünnigen vor. Darin rechnen die Mitglieder deutlich mit der Parteiführung ab und begründen ihren Schritt unter anderem mit dem internen Umgang sowie dem politischen Kurs des BSW.

Zu den Ausgetretenen gehören demnach die Kreisvorsitzenden Katja Wendland (50) aus dem Burgenlandkreis und Harald Koch (71) aus Mansfeld-Südharz. Auch Sylvia Winkelmann-Witkowsky (67), Co-Chefin des Kreisverbandes Halle-Saalekreis und frühere stellvertretende Landesvorsitzende, verlässt die Partei.

Mehrere weitere Unterzeichner waren oder sind ebenfalls in Kreisvorständen aktiv.

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In ihrem Schreiben werfen die 21 Mitglieder der Parteiführung unter anderem einen autoritären Führungsstil, mangelnde Transparenz und eine Atmosphäre des Misstrauens vor. Zudem kritisieren sie eine aus ihrer Sicht zunehmende Annäherung an Positionen der AfD.

Dabei verweisen die Aussteiger auch auf Äußerungen von Parteigründerin Sahra Wagenknecht (57). Sie hatte erklärt, dass sich BSW-Abgeordnete bei einer möglichen Wahl eines AfD-Ministerpräsidenten enthalten könnten.

Kreisverbände sind bereits neu aufgestellt

Trotz der Austritte werde es laut dem BSW-Landeschef keine organisatorischen Probleme geben. (Archivfoto)
Trotz der Austritte werde es laut dem BSW-Landeschef keine organisatorischen Probleme geben. (Archivfoto)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

BSW-Landeschef John Lucas Dittrich (22) weist die Kritik zurück. Gegenüber der MZ sprach er von "unüberbrückbaren inhaltlichen Differenzen" und erklärte, dass nun Klarheit herrsche.

Die Ausgetretenen wollten seiner Ansicht nach letztlich dazu beitragen, die CDU in Sachsen-Anhalt an der Regierung zu halten.

"Wir treten für einen politischen Wechsel in Sachsen-Anhalt ein und gegen die Brandmauerpolitik der anderen Parteien", wird Dittrich zitiert.

Organisatorische Probleme erwartet der Landeschef durch die Austritte nicht. Die betroffenen Kreisverbände hätten sich bereits neu aufgestellt.

Das BSW zählt in Sachsen-Anhalt nach eigenen Angaben weiterhin mehr als 600 Mitglieder.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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