Druck auf Friedrich Merz wächst: Aus Thüringen kommt eine klare Ansage

Von Andreas Hummel

Erfurt - Nach den jüngsten Wahlniederlagen der CDU dringt Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49) auf eine Kursänderung in der Bundespolitik.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49) fordert eine Kursänderung der CDU auf Bundesebene.  © Martin Schutt/dpa

"Wir als Ministerpräsidenten werden klar formulieren, worauf sich die Union im Berliner Regierungshandeln konzentrieren muss", sagte der CDU-Landesparteivorsitzende dem "Handelsblatt". "Wir brauchen einen programmatischen Neuanfang." Das Konzept werde man dann als Union mit der SPD besprechen. 

Auf die Frage, ob die schwarz-rote Koalition im Bund bis 2029 mit Friedrich Merz (70) als Kanzler durchhalte, sagte Voigt: "Wenn wir die Kursänderung hinbekommen, habe ich auch daran keine Zweifel."

Voigt forderte, nach Wahlpleiten in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin müsse die CDU als Partei der Mitte deutlich machen: "Wir haben verstanden, ein Weiter-so wird es nicht geben." Um die Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum zu schaffen, seien auch Reformen notwendig.

CDU Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt will bis 2029 den "AfD-Code" knacken

"Unsere Politik darf bei den Menschen aber nicht bei jeder Ankündigung das Gefühl auslösen, als stehe der nächste Zahnarztbesuch bevor." 

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Mario Voigt gegen geplante Zuckersteuer

Er bekräftigte seine Forderung nach dem Erhalt der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren. Voigt spricht sich auch wie Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (54) gegen die geplante Zuckersteuer aus.

Auch müssten die Energiekosten sinken. Die zentrale Frage der Menschen laute: "Können wir uns das Leben noch leisten?" Das gelte beim Heizen und Tanken, bei Mieten und beim Einkauf. 

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Der Thüringer Regierungschef sieht zudem Zeitdruck für Reformen - sie müssten bis Jahresende umgesetzt sein. "Ansonsten wird es schwer, Vertrauen zurückzugewinnen", warnte er.

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