Krachts jetzt in der Koaltion? Berliner SPD-Boss schließt Zusammenarbeit mit Wegner nach Wahl aus

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Von Andreas Rabenstein

Berlin - Nach erneuten Diskussionen um das Verhalten von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) zu Beginn des Stromausfalls im Januar schließt der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (46) eine Zusammenarbeit nach der Wahl im September aus.

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach geht den Bürgermeister hart an.
SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach geht den Bürgermeister hart an.  © Annette Riedl/dpa

"Ich werde es in keiner Konstellation zulassen, dass Kai Wegner in einem künftigen Senat eine Rolle übernehmen kann", erklärte Krach. 

Er schließe keine Koalition außer mit der AfD aus, betonte Krach. Er könne also auch mit der CDU einen Senat bilden - aber eben ohne Wegner als Regierenden Bürgermeister. Mehrere Medien hatten berichtet.

"Es ist völlig klar, dass jemand, der die Berlinerinnen und Berliner über sein Krisenmanagement am Tag des Stromanschlags nachweislich getäuscht und mehrfach gelogen hat, für das Amt des Regierenden Bürgermeisters nicht geeignet ist. Kai Wegner hat sich für diese Aufgabe vollständig disqualifiziert."

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Einen Ausstieg der SPD aus dem Senat forderte Krach aber nicht. "74 Tage vor der anstehenden Wahl werde ich keinen Koalitionsbruch forcieren, das können wir den Berlinerinnen und Berlinern nicht zumuten. Sie haben es am 20. September selbst in der Hand." Er sage das bewusst in Richtung von CDU-Wählern, für die ihre Partei durch Kai Wegner unwählbar geworden sei.

Wegner wurde bereits während des tagelangen Stromausfalls in Berlin Anfang Januar kritisiert, unter anderem, weil er ein Tennisspiel am ersten Tag gegen Mittag zunächst verschwiegen hatte. 

Kai Wegner steht wieder in der Kritik und erklärt sich

Kai Wegner (53, CDU) steht erneut massiv in der Kritik.
Kai Wegner (53, CDU) steht erneut massiv in der Kritik.  © Soeren Stache/dpa

Im Interview mit Welt TV hatte Wegner dann am 7. Januar gesagt: "Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz." Am Dienstag berichtete der "Tagesspiegel", Wegner habe am 3. Januar vormittags nicht dienstlich zu dem Blackout telefoniert. Vor 12.45 Uhr sei kein Telefonat geführt worden. 

Die Senatskanzlei teilte mit: "Vielmehr fand der Austausch per Textnachrichten statt." Um 12.45 Uhr telefonierte Wegner demnach mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (48, SPD). 

Wegner selbst erklärte auf der Plattform X: "Durch meine Aussagen Anfang Januar ist ein Eindruck entstanden, den ich bis heute sehr bedauere." Er habe am 3. Januar vor 13 Uhr zwei Telefonate geführt und darüber hinaus vor allem per Textnachrichten kommuniziert. Darüber habe er bereits im März mit den Zeitungen "Bild" und "B.Z." gesprochen und sich entschuldigt.

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Die "B.Z." berichtete am 24. März, Wegner habe vormittags über Textnachrichten mit seinem Stab kommuniziert, erwähnte aber kein dienstliches Telefonat.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa, Annette Riedl/dpa

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