Ex-Bundestags-Präsidentin Rita Süssmuth ist tot

Von Ulrich Steinkohl

Berlin - Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist tot. Die CDU-Politikerin starb im Alter von 88 Jahren, wie der Bundestag mitteilte und eine CDU-Sprecherin bestätigte. Süssmuth gehörte dem Deutschen Bundestag von 1987 bis 2002 an und war von 1988 bis 1998 dessen Präsidentin. Süssmuth hatte sich vor allem eingesetzt für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Beruf und Gesellschaft.

Rita Süssmuth (CDU) wurde 88 Jahre alt.  © Christoph Reichwein/dpa

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53, CDU) zeigte sich "tief bewegt" von der Nachricht von Süssmuths Tod. "Im Namen des Deutschen Bundestages verneige ich mich vor einer politischen Ausnahmeerscheinung", so Klöckner.

Süssmuth kam als Seiteneinsteigerin in die Politik. Als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) sie 1985 als Nachfolgerin von Heiner Geißler (CDU) zur Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit berief, war sie in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt.

Sie war erst vier Jahre zuvor in die CDU eingetreten und bis dahin nach außen kaum in Erscheinung getreten. Im Ministeramt erwarb sie sich aber schnell großes Ansehen. In Umfragen erzielte sie hohe Beliebtheitswerte und wurde bald "lovely Rita" genannt.

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Süssmuth kam am 17. Februar 1937 in Wuppertal als Tochter eines Lehrers zur Welt. Sie studierte Romanistik und Geschichte. Anschließend hängte sie ein Postgraduiertenstudium der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie an. Süssmuth schlug die wissenschaftliche Laufbahn ein, wurde Professorin für Erziehungswissenschaften zunächst in Bochum und später an der Universität Dortmund.

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Nach ihrer Berufung zur Bundesministerin kandidierte Süssmuth 1987 erstmals für den Bundestag. Sie errang auf Anhieb das Direktmandat im Wahlkreis Göttingen, das sie 1990 und 1994 verteidigte. 1998 reichte es nur für ein Mandat über die CDU-Landesliste Niedersachsen.

1988 war sie erst die zweite Bundestagspräsidentin nach Annemarie Renger (SPD). Unter ihrer Führung wurde der Bundestag nach der Wiedervereinigung zum gesamtdeutschen Parlament und vollzog den Umzug von Bonn nach Berlin.

Erstmeldung von 15.45 Uhr, zuletzt aktualisiert um 16 Uhr

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