Streicht Lauterbach Homöopathie als Kassenleistung?

Berlin - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) will die Finanzierung homöopathischer Behandlungen durch gesetzliche Krankenkassen überprüfen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) sind homöopathische Behandlungen nicht wissenschaftlich genug.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) sind homöopathische Behandlungen nicht wissenschaftlich genug.  © Kay Nietfeld/dpa

"Obwohl die Homöopathie vom Ausgabenvolumen nicht bedeutsam ist, hat sie in einer wissenschaftsbasierten Gesundheitspolitik keinen Platz", sagte der SPD-Politiker dem Spiegel. "Deshalb werden wir prüfen, ob die Homöopathie als Satzungsleistung gestrichen werden kann."

Als Satzungsleistungen werden Leistungen bezeichnet, die Krankenkassen zusätzlich zu den gesetzlich festgeschriebenen Leistungen gewähren können. Einige Krankenkassen bieten die Erstattung homöopathischer Arzneimittel als Satzungsleistung an.

Basis für homöopathische Arzneimittel können pflanzliche, mineralische und tierische Substanzen sein. Die extrem verdünnten Stoffe werden zum Beispiel in Form von Kügelchen (Globuli) verabreicht.

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Wissenschaftlicher Konsens ist, dass für homöopathische Behandlungen keine Wirkung nachgewiesen ist, die über Placebo-Effekte hinausgeht.

Viele Menschen schwören auf die Wirkung von Globuli.
Viele Menschen schwören auf die Wirkung von Globuli.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Schon in der Vergangenheit hatte Lauterbach die Homöopathie aufgrund fehlender wissenschaftlicher Evidenz kritisiert. So begrüßte Lauterbach im März via Twitter den Beschluss des Deutschen Ärztetages, dass Ärztekammern künftig keine Weiterbildungen mehr für Homöopathie anbieten sollen.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Kay Nietfeld/dpa

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