Telegram-Gruppe schmiedete Pläne für Mord an Michael Kretschmer

Dresden - Eine Dresdner Telegram-Gruppe hat offenbar Pläne für die Ermordung von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) geschmiedet - das meldet die ZDF-Sendung "Frontal".

Michael Kretschmer (46, CDU) macht sich mit seiner Corona-Politik in Sachsen offensichtlich sehr viele Feinde.
Michael Kretschmer (46, CDU) macht sich mit seiner Corona-Politik in Sachsen offensichtlich sehr viele Feinde.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Laut dem aktuellen Bericht der ZDF-Redakteure haben sie sich vor Kurzem undercover in eine Telegram-Gruppe namens "Dresden Offlinevernetzung" begeben.

Dort tummelten sich mehr als 100 Mitglieder, die offensichtlich mit den Corona-Maßnahmen im Freistaat äußerst unzufrieden sind. Manche von ihnen schrieben sogar, dass sie bewaffnet wären.

"Ich würde auch bis zum Äußersten gehen, wenn es sein muss", wird ein Gruppen-Administrator mit dem Namen Daniel zitiert. "Mich impft keiner", denn er besäße angeblich "zwei Armbrüste und eine scharfe Waffe", das behauptete er zumindest laut Frontal in den Chats.

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Besonders dramatisch werden die Recherchen des ZDF-Magazins als sich einige der Gruppen-Mitglieder von "Dresden Offlinevernetzung" eines Nachts in einem Dresdner Park treffen. Denn dort planen sie offenbar einen Anschlag auf den sächsischen Regierungschef, sie wollten ihn "absägen".

"Bei dem Typen einmarschieren, den Typen dort rausziehen und irgendwo aufhängen", so beschreibt Gruppen-Administrator Daniel die Pläne zu einem Angriff auf Michael Kretschmer.

Verfassungsschutz beobachtet "zunehmende Radikalisierung der Szene"

Telegram bietet laut Verfassungsschutz besonders viel Freiraum für Verschwörungstheorien und Hetze.
Telegram bietet laut Verfassungsschutz besonders viel Freiraum für Verschwörungstheorien und Hetze.  © Sergei Konkov/TASS/dpa

Bislang ist es zwar zum Glück noch nicht zu solch einem Anschlag auf den CDU-Politiker gekommen, aber in letzter Zeit scheint es immer mehr radikale Gewaltfantasien und Drohungen gegen den 46-Jährigen zu geben.

Erst im November riefen einige Teilnehmer bei einem sogenannten Corona-"Spaziergang" immer wieder Parolen wie "Kretschmer muss weg" und "Schießt ihn ab".

Laut Frontal beobachtet auch der sächsische Verfassungsschutz eine "zunehmende Radikalisierung der Szene". Vor allem Telegram ermögliche dabei das Verbreiten von Verschwörungstheorien und offenem Hass.

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Vergangenen Samstag beobachteten die ZDF-Redakteure erneut ein Treffen der Telegram-Gruppe in einem Park. Diesmal sprachen sie die Teilnehmer sogar an und fragten sie nach ihren gewalttätigen Plänen. Doch darauf erhielten sie keine Antworten.

Einen Tag später wurde der Kanal "Dresden Offlinevernetzung" auf privat gestellt. Die Hetze geht nun also im etwas geheimeren Rahmen weiter. Die komplette Sendung von Frontal gibt es im ZDF zu sehen.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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