Vor einem Jahr noch Putin nach Sachsen eingeladen: Warum schweigt MP Kretschmer?

Dresden - In der dritten Corona-Welle meldete sich Sachsens MP Michael Kretschmer (46, CDU) dauernd zu Wort. Seit Beginn der Ukraine-Offensive ist er ruhiger geworden. Zumindest beim Thema Putin.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU, l.) mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin (69).
Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU, l.) mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin (69).  © Pawel Sosnowski

Dabei äußerte sich Kretschmer durchaus zum Thema dieser Tage: "Der Angriff auf die Ukraine ist ein völkerrechtswidriger Akt, den wir scharf verurteilen", ließ er am Donnerstag mitteilen.

Sachsen sei mit den Menschen in der Ukraine solidarisch. Am Freitag forderte er im MDR, mehr in die Sicherheit Deutschlands zu investieren, in die Bundeswehr und die kritische Infrastruktur.

Wenn er zum Nachdenken über den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung anregt, wirkt das wie ein Ablenkungsmanöver - von seiner selbstgewählten Rolle als Russland- und Putin-Versteher.

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In der Vergangenheit hat er die russische Position immer wieder verteidigt. 2019 traf er Putin während einer Konferenz in St. Petersburg. 2021, auf seiner Moskau-Reise, führte er artig ein Ortsgespräch per Telefon mit dem russischen Präsidenten, lud ihn sogar nach Sachsen ein.

Und am Freitag? "Der MP hatte sich hierzu bereits gestern geäußert", hieß es auf TAG24-Anfrage einsilbig aus der Staatskanzlei.

Was soll er auch sagen? "Ich habe mich geirrt?" - Gerade sind Schulferien, und auch ein Ministerpräsident macht mal Urlaub. Wenn Kretschmer etwas zu Putin zu sagen hat, dann vielleicht in der nächsten Woche. Alles andere wäre zu spät.

Titelfoto: Pawel Sosnowski

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