Nach Wahl-Duell bei Maischberger: FDP-Politiker verbreitet Lüge über Janine Wissler

Frankfurt am Main - Die Bundestagswahl am 26. September kommt immer näher und der Wahlkampf der Parteien nimmt langsam Fahrt auf. In diesen Kontext gehört ohne Frage auch ein Tweet des FDP-Bundestagsabgeordneten Alexander Graf Lambsdorff (54), in dem dieser eine sehr fragwürdige Behauptung über die Co-Vorsitzende der Linkspartei, Janine Wissler (40), aufstellt.

Die Montage zeigt den FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff (54) und Janine Wissler (40), die Bundesvorsitzende der Partei Die Linke.
Die Montage zeigt den FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff (54) und Janine Wissler (40), die Bundesvorsitzende der Partei Die Linke.  © Montage: Kay Nietfeld/dpa, Bernd von Jutrczenka/dpa

Der 54-Jährige veröffentlichte am späten Mittwochabend eine Twitter-Nachricht, in dem er über den Hashtag #maischberger einen direkten Bezug zu der am Mittwoch ausgestrahlten ARD-Sendung "maischberger. die woche" herstellte.

"Oh, @Janine_Wissler - plumpe Beleidigung statt Argumente, das spricht für Verzweiflung bei @dieLinke" ist in dem Tweet zu lesen.

Zum Hintergrund muss erläutert werden: Janine Wissler war in der Sendung zu Gast und diskutierte in einem sogenannten "Wahl-Duell" mit Christian Lindner (42), dem Bundesvorsitzenden der FDP.

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Die Debatte drehte sich um die gravierende Wohnungsnot in Großstädten wie Berlin oder auch Janine Wisslers Heimatstadt Frankfurt. Als zweiter Themenkomplex stand Steuerpolitik auf dem Programm.

Wie auch zu erwarten war, bezogen die Vorsitzende der Partei Die Linke und der FDP-Vorsitzende sehr gegensätzliche Positionen, doch die Diskussion der beiden rhetorisch sehr talentierten Politiker verlief in einem äußerst sachlich-höflichen Tonfall.

Weder Janine Wissler noch Christian Lindner wurde zu irgendeinem Zeitpunkt der Debatte ausfallend.

Wie der Bundestagsabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff zu der Behauptung kommt, die Linken-Vorsitzende hätte eine "plumpe Beleidigung statt Argumente" von sich gegeben, ist völlig unbegreiflich.

Die Debatte von Janine Wissler und Christian Lindner auf YouTube

Janine Wissler: "Beleidigung? Wen habe ich beleidigt? Was meinen Sie?"

Der Screenshot zeigt den Tweet von Alexander Graf Lambsdorff (54, FDP) und die Antwort darauf von Janine Wissler (40, Die Linke).
Der Screenshot zeigt den Tweet von Alexander Graf Lambsdorff (54, FDP) und die Antwort darauf von Janine Wissler (40, Die Linke).  © Screenshot/twitter

Entsprechend fragte Janine Wissler in einer Antwort auf den Tweet von Alexander Graf Lambsdorff auch: "Beleidigung? Wen habe ich beleidigt? Was meinen Sie?"

Eine Erwiderung von dem 54-Jährigen erhielt sie bislang nicht.

Zu dem Tweet wurden bereits zahlreiche Nutzer-Kommentare abgegeben, die größtenteils äußerst kritisch mit Alexander Graf Lambsdorff und seiner Partei ins Gericht gehen.

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"Ach, Herr Lambsdorff … bitte nicht so dünnhäutig…", ist dort etwa zu lesen.

Ein anderer Twitter-Nutzer schrieb: "Wenn gegen euch Marktradikale so gut argumentiert wird, dass euch die Spuke weg bleibt, driftete ihr sofort in Polemik ab....@Janine_Wissler hat mit ihrem Auftritt verdeutlicht, was es mit Herrn Linder tatsächlich auf sich hat. Fremdbestimmter Lobbyist der Superreichen" (Schreibweise entspricht dem Original).

"Alles richtig gemacht, gut argumentiert. Verhalten der FDP erinnert an meinen 2 jährigen Sohn, wenn ihm was nicht passt, übertreibt er und schreit man wäre gemein" (Schreibweise entspricht dem Original), spottet ein anderer Nutzer der Social-Media-Plattform.

In einem Kommentar wurde sogar ein Bezug zu der "Alternative für Deutschland" hergestellt: "So dünnhäutig hier? Schon bisschen arm hier lügen zu verbreiten oder sind sie der afd schon beigetreten?" (Schreibweise entspricht dem Original).

Tweet von Alexander Graf Lambsdorff ist völlig missglücktes Wahlkampf-Manöver

Tatsächlich muss die Twitter-Nachricht von Alexander Graf Lambsdorff wohl als völlig missglücktes Wahlkampf-Manöver betrachtet werden.

Zumindest wenn der FDP-Politiker sich auf die gestrige Maischberger-Sendung bezogen hat, muss klar festgehalten werden: Er hat in Bezug auf Janine Wissler tatsächlich gelogen.

Titelfoto: Montage: Kay Nietfeld/dpa, Bernd von Jutrczenka/dpa

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