Fehlende Wahlzettel in Magdeburg: Wurde bei der Europawahl 2024 gepfuscht?

Magdeburg - Derzeit macht ein TikTok-Beitrag die Runde, in dem ein Nutzer kurz nach den Europawahlen in Sachsen-Anhalt behauptet, einen Beweis für möglichen Wahlbetrug gefunden zu haben.

Unterlegt wurde der TikTok-Beitrag mit dem Lied "L’Amour Toujours" von Gigi D’Agostino, welches in rechtsextremen Kreisen gerne umgedichtet wird.
Unterlegt wurde der TikTok-Beitrag mit dem Lied "L’Amour Toujours" von Gigi D’Agostino, welches in rechtsextremen Kreisen gerne umgedichtet wird.  © Bildmontage: Screenshot/TikTok/danielD2G2

Am 9. Juni startete in Sachsen-Anhalt der Super-Wahlsonntag. Neben den Kommunalwahlen fanden hier auch die Europawahlen statt.

Während die Bürgerinnen und Bürger ihre Kreuze setzten, gab es ab 16 Uhr jedoch im Magdeburger Stadtteil Diesdorf plötzlich keine Wahlzettel mehr.

Diesen Vorfall postete ein Nutzer als Bild auf seinem TikTok-Account und suggerierte in diesem Zusammenhang Wahlbetrug.

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Auf dem Bild zusehen: ein Wahlzettel. Darüber steht in roten Buchstaben: "Wahlbetrug Magdeburg!? 16 Uhr sind Wahlzettel in Diesdorf leer!!! Wie geht sowas??"

Das Video hat bislang 79.000 Klicks.

Unterlegt ist der Beitrag mit dem Lied "L’Amour Toujours" von Gigi D’Agostino, welches in rechtsextremen Kreisen mit umgedichtetem Text und ausländerfeindlichem Inhalt, wie beim Vorfall auf Sylt, genutzt wird.

Fehlende Wahlzettel sind kein Beleg für Wahlbetrug

Im Beitrag des Users ist ein falscher Stimmzettel abgebildet.
Im Beitrag des Users ist ein falscher Stimmzettel abgebildet.  © Bildmontage: Screenshot/TikTok/danielD2G2

Wie das Medienhaus CORRECTIV berichtete, habe die Landeswahlleiterin den Vorwurf bereits zurückgewiesen.

Zudem bestätigte Yvonne Lisec, Sprecherin bei der Geschäftsstelle der zuständigen Landeswahlleiterin, dass es in Diesdorf tatsächlich zwischenzeitlich keine Stimmzettel mehr gab. Nach etwa 20 Minuten soll es jedoch eine Nachlieferung gegeben haben, sodass alle Anwesenden weiterhin wählen konnten.

Lisec sagte gegenüber CORRECTIV zudem, dass die kurze Störung keinen Wahlfehler darstelle. "Anhaltspunkte von Wahlmanipulation lassen sich daraus nicht schlussfolgern", so die Sprecherin.

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Des Weiteren habe der User einen falschen Stimmzettel gepostet. Der im Beitrag abgebildete Zettel ist nicht aus Magdeburg, sondern aus Nordrhein-Westfalen. Das Bild verrät zudem, dass es sich um einen Stimmzettel vom 26. Mai von den Europawahlen 2019 handelt.

Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/TikTok/danielD2G2

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