SPD-Kandidat siegt in Stichwahl klar und deutlich gegen AfD-Kontrahent
Von Annett Gehler, Christian Rüdiger
Saalfeld - Der bisherige Landrat Marko Wolfram (52, SPD) hat die Stichwahl im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gewonnen.
Der SPD-Politiker setzte sich deutlich gegen den AfD-Konkurrenten Thomas Benninghaus (53) durch.
Nach den am Abend veröffentlichten Daten des Kreiswahlleiters nach Auszählung aller Stimmbezirke erhielt Wolfram 56,5 Prozent der Stimmen. Der AfD-Landtagsabgeordnete Benninghaus kam auf 43,5 Prozent.
Die Wahlbeteiligung lag an diesem heißen und gewittrigen Wahltag bei 52,9 Prozent und damit niedriger als beim ersten Urnengang vor zwei Wochen (56,0 Prozent).
Wolfram geht nach der Stichwahl damit in seine dritte Amtszeit. Der 52-Jährige führt bereits seit zwölf Jahren das Landratsamt. Der Kreis im Südosten Thüringens bleibt damit weiter eine Hochburg der SPD.
Wolfram hatte auch schon im ersten Wahlgang mit 47,1 Prozent die Nase vorn, jedoch bei drei Bewerbern nicht die erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Für Benninghaus hatten im ersten Wahlgang 40,2 Prozent gestimmt.
AfD verpasst erneut Sieg bei Stichwahl
Für die SPD, die in Umfragen auf Landesebene schwächelt, hat die Abstimmung auch über den Landkreis hinaus Signalwirkung. Die Partei konnte damit ihre kommunale Position verteidigen.
Derzeit stellt sie noch Landräte in drei weiteren Kreisen im Freistaat. Der auf Landesebene starken AfD blieb mit der Niederlage in der Stichwahl hingegen ein zweiter Landratsposten verwehrt.
Die AfD hatte vor drei Jahren im Landkreis Sonneberg (53) erstmals in Deutschland mit Robert Sesselmann (53) eine Landratswahl gewonnen. Seither hatte es allerdings kein weiterer AfD-Kandidat in ein Landratsamt geschafft.
Die Bewerber waren alle spätestens in der Stichwahl gescheitert.
Benninghaus hatte bei der Landtagswahl vor zwei Jahren in der Region erstmals ein Direktmandat gewonnen. Er wird dem politischen Lager von Partei-Rechtsaußen Björn Höcke (54) zugerechnet. Kritiker kreiden ihm Äußerungen an, die sie als geschichtsrevisionistisch ansehen.
Titelfoto: Jacob Schröter/dpa

