Wird am Sonntag der zweite AfD-Landrat in Thüringen gewählt?

Von Simone Rothe

Saalfeld - Kann die AfD nach Sonneberg ein zweites Landratsamt in Thüringen erobern? Darum geht es an diesem Sonntag bei der Landratswahl im Kreis Saalfeld-Rudolstadt.

Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt wird am Wochenende gewählt. (Archivbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Seit der Kreisgründung 1994 haben mit Ausnahme von zwei Jahren erst die SPD-Landrätin Marion Philipp und in den vergangenen zwölf Jahren SPD-Mann Marko Wolfram die Geschicke des Kreises im Südosten des Freistaates gelenkt. Wolfram, der für eine dritte Amtszeit antritt, muss sich nun mit zwei Herausforderern messen.

AfD-Kandidat ist der Landtagsabgeordnete Thomas Benninghaus, der dem Lager von Rechtsaußen Björn Höcke zugerechnet wird. Benninghaus hatte bei der Landtagswahl vor zwei Jahren in der Region erstmals ein Direktmandat gewonnen.

Kritiker kreiden ihm Äußerungen an, die sie als geschichtsrevisionistisch ansehen - vor allem im Zusammenhang mit dem Gedenken an Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Wahlen Stichwahl in Nürnberg: Marcus König bleibt Oberbürgermeister

Benninghaus, Jahrgang 1973, ist nach eigenen Angaben kaufmännischer Fachwirt.

Anzeige

AfD bereits im Kreis Sonneberg vorn

Als dritter Bewerber geht Wolfgang Wehr ins Rennen. Er ist Bauingenieur und Professor an der Fachhochschule Erfurt. Wehr, Jahrgang 1964, verweist auf kommunale Erfahrungen als Bürgermeister der Kleinstadt Gräfenthal in der Zeit zwischen 2018 und 2024. Er ist Parteilos, könnte nach Angaben aus dem Kreis aber von BSW und FDP unterstützt werden.

Im Juni 2023 hatte die AfD erstmals in Deutschland ein kommunales Spitzenamt gewonnen. Kandidat Robert Sesselmann setzte sich im Kreis Sonneberg in der Stichwahl gegen den amtierenden Landrat Jürgen Köpper von der CDU durch. Seitdem ist Sesselmann als Landrat im Amt.

Mehr zum Thema Wahlen: