Brauchen wir AfD-Ministerpräsidenten? Das sagen die Deutschen laut Umfrage

Mainz - In diesem Jahr gibt es fünf Landtagswahlen. Bei allen werden der in einigen Bundesländern als gesichert rechtsextrem geltenden AfD große Zuwächse vorhergesagt. Bei den im September stattfindenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern könnte die Partei sogar stärkste Kraft werden.

Nur 19 Prozent der befragten Wahlberechtigten in Deutschland fänden es gut, wenn ein AfD-Politiker Ministerpräsident werden würde.
Nur 19 Prozent der befragten Wahlberechtigten in Deutschland fänden es gut, wenn ein AfD-Politiker Ministerpräsident werden würde.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Wie fänden es nun die Wahlberechtigten in ganz Deutschland, wenn die AfD dann einen Ministerpräsidenten stellen würde?

Schlecht, sagen etwas mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) laut dem aktuellen ZDF-Politbarometer; darunter klare Mehrheiten bei den Anhängern von CDU/CSU (86 Prozent), SPD (93 Prozent), Bündnis 90/Die Grünen (97 Prozent) und Die Linke (93 Prozent).

19 Prozent würden einen AfD-Ministerpräsidenten begrüßen (unter den AfD-Anhängern 88 Prozent), 10 Prozent wäre es egal (Rest zu 100 Prozent antwortete hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht").

Die AfD liegt mit Leif-Erik Holm (55), ihrem Kandidaten auf das Amt des Ministerpräsidenten, in Mecklenburg-Vorpommern in der Umfragen für die kommende Landtagswahl vorne.
Die AfD liegt mit Leif-Erik Holm (55), ihrem Kandidaten auf das Amt des Ministerpräsidenten, in Mecklenburg-Vorpommern in der Umfragen für die kommende Landtagswahl vorne.  © Philip Dujan/dpa
Auch in Sachsen-Anhalt könnte die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) stärkste Kraft werden.
Auch in Sachsen-Anhalt könnte die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) stärkste Kraft werden.  © Heiko Rebsch/dpa

Nach dem massiven Stromausfall in Berlin infolge eines Brandanschlags am 3. Januar 2026 wächst in Deutschland auch wieder die Furcht vor Aktionen mit linksextremem Hintergrund. Immerhin 57 Prozent der Befragten sehen im Linksextremismus eine Gefahr für unsere Demokratie. 39 Prozent sind anderer Meinung.

Allerdings halten die Deutschen den Rechtsextremismus für die weitaus größere Gefahr. Demnach sehen 79 Prozent der Befragten den Rechtsextremismus als Gefährdung der Demokratie an, 18 Prozent - darunter 67 Prozent der AfD-Anhänger - bezweifeln dies.

57 Prozent der Menschen in Deutschland denken, dass von Linksextremen eine Gefahr für die Demokratie ausgehe.
57 Prozent der Menschen in Deutschland denken, dass von Linksextremen eine Gefahr für die Demokratie ausgehe.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen
Wesentlich höher wird allerdings die Gefährdung der Demokratie in Deutschland durch rechtsextreme Kräfte eingeschätzt.
Wesentlich höher wird allerdings die Gefährdung der Demokratie in Deutschland durch rechtsextreme Kräfte eingeschätzt.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

So würden die Deutschen jetzt bei einer Bundestagswahl wählen

Weiterhin hätte bei einem solchen Ergebnis Schwarz-Rot keine Mehrheit mehr im Bundestag.
Weiterhin hätte bei einem solchen Ergebnis Schwarz-Rot keine Mehrheit mehr im Bundestag.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Wie sieht die politische Stimmungslage im ganzen Land aus? Wäre am kommenden Sonntag bereits die nächste Bundestagswahl, dann würde die Union im Vergleich zur Umfrage am 12. Dezember 2025 weiterhin die stärkste Kraft mit unverändert 26 Prozent stellen.

Knapp dahinter rangiert die AfD mit 25 Prozent (unverändert), die SPD käme auf 15 Prozent (plus 1) gefolgt von den Grünen mit 12 Prozent (unverändert) und der Linken mit 10 Prozent (minus 1).

Alle anderen Parteien kämen gemeinsam unverändert auf 12 Prozent, wobei keine - inklusive BSW und FDP - mindestens 3 Prozent erreichen würde. Bei diesem Ergebnis hätte die aktuelle Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD nach wie vor keine Mehrheit mehr.

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Wie üblich wurde die Umfrage für das ZDF-Politbarometer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt, die vom 13. bis zum 15. Januar 1245 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online befragte.

Titelfoto: Bild-Montage: Philip Dujan/dpa, ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

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