Angriff auf Taiwan geübt: China beendet Manöver – USA schicken Zerstörer

Peking - Droht hier der nächste Krieg? Nach der Visite von Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen (66) in den USA haben sich die Spannungen mit China verschärft.

Im chinesischen Fernsehen werden zahlreiche Aufnahmen gezeigt, die die Militärübung zeigen sollen.
Im chinesischen Fernsehen werden zahlreiche Aufnahmen gezeigt, die die Militärübung zeigen sollen.  © Uncredited/CCTV/AP/dpa

Die chinesische Volksbefreiungsarmee hat ihre großangelegten Manöver in der Nähe Taiwans beendet. Ein Sprecher des chinesischen Ostkommandos berichtete am Montag, die verschiedenen Übungen seien nach drei Tagen "erfolgreich abgeschlossen" worden.

Die Übungen sollten als Warnung an "Unabhängigkeitskräfte" in Taiwan verstanden werden. Die chinesische Führung betrachtet die demokratische Inselrepublik als Teil der Volksrepublik, obwohl Taiwan seit mehr als 70 Jahren eine unabhängige Regierung hat. Auch droht Peking mit einer Eroberung Taiwans.

Noch am Morgen organisiere das Ostkommando weitere Übungen und Patrouillen sowie Angriffe der Luftwaffe auf Landziele, wie das chinesische Militär mitteilte.

Die am Samstag begonnenen Manöver nahe Taiwan waren eine Reaktion auf den Zwischenstopp der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen auf dem Rückweg von einer Mittelamerika-Reise in den USA.

In Kalifornien war die Präsidentin am vergangenen Mittwoch mit dem Vorsitzenden des US-Abgeordnetenhauses, Kevin McCarthy (58), zusammengetroffen - protokollarisch die Nummer Drei der USA. Es war das erste Treffen dieser Art auf US-amerikanischem Boden.

Chinesische Flugzeuge überqueren zuvor respektierte Mittellinie

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen (66, links) traf sich in den USA mit Kevin McCarthy (58), Sprecher des Repräsentantenhauses.
Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen (66, links) traf sich in den USA mit Kevin McCarthy (58), Sprecher des Repräsentantenhauses.  © ---/kyodo/dpa

Taiwans Verteidigungsministerium berichtete, dass am Montagvormittag 59 chinesische Flugzeuge und elf Kriegsschiffe innerhalb von vier Stunden nahe der demokratischen Inselrepublik gesichtet worden seien.

39 Flugzeuge hätten die früher noch respektierte, nicht offizielle Mittellinie der Meerenge der Taiwanstraße überquert und seien auch in die taiwanische Luftüberwachungszone (ADIZ) eingedrungen, die als eine Art Pufferzone zur Volksrepublik dient.

Die kommunistische Führung in Peking betrachtet das unabhängig regierte Taiwan als Teil der Volksrepublik und droht mit einer Eroberung. China sucht Taiwan international zu isolieren und lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zu Taiwan entschieden ab.

Schon nach dem Besuch von McCarthys Vorgängerin Nancy Pelosi (83) im August in Taipeh waren großangelegte Militärmanöver abgehalten worden.

USA schicken Lenkwaffen-Zerstörer in von China beanspruchtes Seegebiet

Die "USS Milius" operiert in strittigem Seegebiet. (Archivbild)
Die "USS Milius" operiert in strittigem Seegebiet. (Archivbild)  © LEILA GORCHEV / AFP

Der Konflikt um Taiwan ist ein zentrales Streitthema zwischen China und den USA. Washington hat sich seit 1979 der Verteidigungsfähigkeit der Insel verpflichtet, was bisher meist Waffenlieferungen bedeutete.

Beobachter befürchten, an dem Streit könnte sich potenziell eine militärische Konfrontation zwischen den zwei Weltmächten entfachen. Auch streiten die USA und China über die chinesischen Territorialansprüche im Südchinesischen Meer.

In den zunehmenden Spannungen absolvierte der amerikanische Lenkwaffen-Zerstörer "USS Milius" am Montag einen Einsatz nahe dem Mischief-Atoll der Spratly-Inseln. Wie die 7. US-Flotte mitteilte, sei das US-Kriegsschiff damit für die Freiheit der Navigation in dem von China und anderen Staaten beanspruchten Meeresgebiet eingetreten.

Anschließend habe die "USS Milius" das Gebiet wieder verlassen.

Gebiete werden auch von anderen Ländern beansprucht

Das chinesische Fernsehen zeigte im Zusammenhang mit dem Manöver auch die Betankung eines Kampfjets in der Luft.
Das chinesische Fernsehen zeigte im Zusammenhang mit dem Manöver auch die Betankung eines Kampfjets in der Luft.  © Uncredited/CCTV/AP/dpa

Das Riff sei im natürlichen Zustand von Wasser überspült und erlaube daher nach der Seerechtskonvention keine Territorialansprüche, hieß es in der Mitteilung. Chinas Landgewinnung sowie die errichteten Anlagen änderten daran nichts.

"Unrechtmäßige und weitreichende Ansprüche im Südchinesischen Meer stellen eine ernste Gefahr für die Freiheit der Meere dar, einschließlich der Freiheit der Navigation und des Überfluges, des freien Handels und ungehinderter Geschäfte."

China beansprucht fast das gesamte Südchinesische Meer für sich und hat künstliche Inseln aufgeschüttet, um seine Ansprüche zu untermauern. Dies betrifft auch strategisch wichtige und ressourcenreiche Gebiete, die Länder wie Indonesien, Malaysia und die Philippinen für sich reklamieren. Die USA und Chinas Nachbarn werfen Peking eine zunehmende Militarisierung der Region vor.

Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies die chinesischen Gebietsansprüche 2016 zurück. China ignoriert das Urteil allerdings.

Erstmeldung: 10.13 Uhr. Aktualisiert: 13.03 Uhr.

Titelfoto: Montage: Uncredited/CCTV/AP/dpa, LEILA GORCHEV / AFP

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