Schulmädchen (15) wird nach Hause gesendet, weil sie die falschen Schuhe trägt

Birmingham - Die 15-jährige Isabelle Celmer wurde am ersten Tag des Unterrichts nach dem Lockdown sofort wieder nach Hause geschickt. Grund dafür war, dass sie schwarze Turnschuhe trug.

Das Tragen von Schuluniformen ist in ganz Großbritannien Pflicht (Symbolbild).
Das Tragen von Schuluniformen ist in ganz Großbritannien Pflicht (Symbolbild).  © 123RF/Cathy Yeulet

Isabelles Mutter holte ihre Tochter nach einem Anruf der Schule wieder ab, nur wenige Minuten nachdem sie diese vor dem Gebäude abgesetzt hatte. Gegenüber der britischen Zeitschrift "The Sun" beschwert sich die Britin namens Laura: 

"Das ist doch lächerlich! Sicherlich haben sie im Moment wichtigere Dinge, über die sie sich Sorgen machen müssen. Die Kinder haben bereits fast drei Monate Schule verpasst."

Isabelle sollte lediglich sechs Tage vor den Beginn der Schulferien am Unterricht teilnehmen. Die junge Britin muss aller 14 Tage zweimal in der Woche vor Ort erscheinen.

An ihrem ersten Tag der Rückkehr trug sie ihre Schuluniform nur teilweise. 

Zwar stimmten der Rock, Blazer, Bluse und die Krawatte, doch die Schuhe entsprachen nicht der Vorschrift der Schulleitung.

Dabei hatte Isabelle einen besonderen Grund, weshalb sie diese nicht tragen konnte. Denn die Schuluniform-Schuhe befinden sich im Hause ihrer Großeltern. Aufgrund des Coronavirus kann sie diese nicht abholen. In Großbritannien ist die Pandemie weitaus tödlicher verlaufen, als es in Deutschland der Fall war, weshalb die Regelungen härter als hierzulande sind.

Laura berichtet, dass Isabelle vor dem Beginn des Unterrichts besorgt wegen der unpassenden Schuhe war. Doch sie habe sie beruhigt, da sie dachte, die Schule würde ihre Prioritäten woanders setzen. Falsch gedacht! Isabelle war nicht die einzige, welche nach Hause gesendet wurde. Weitere Kinder zwischen 11 und 19 Jahren wurden ebenfalls zurückgeschickt, da sie nicht nach den Vorgaben gekleidet waren. 

Die Schule rechtfertigt sich. Sie sagt, dass sie bereits im Voraus die Eltern auf die Dringlichkeit der richtigen Uniform ihrer Kinder hingewiesen hatten. Normalerweise würden nicht korrekt gekleidete Schüler Ersatz bekommen, doch aufgrund der Pandemie sei das Ausleihen von Kleidungsstücken seitens der Bildungsstätte nicht erlaubt.

Zudem betont die Schule, dass kein Elternteil vor dem Unterricht auf das Problem fehlender Kleidung hingewiesen habe. Ob die Schülerin Isabelle nach dieser Diskussion nun auch mit anderen Schuhen am Unterricht teilnehmen darf, ist nicht bekannt.

Titelfoto: 123RF/Cathy Yeulet

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