Aserbaidschan greift Armenien an - Dutzende Soldaten getötet

Eriwan (Armenien) - Bei Kämpfen im Grenzgebiet zwischen Armenien und Aserbaidschan sind nach Angaben des armenischen Regierungschefs, Nikol Paschinjan (47), mindestens 49 armenische Soldaten getötet worden.

Nikol Paschinjan (47, M.), Ministerpräsident von Armenien, spricht mit einem Offizier der armenischen Armee in einem Dorf an der Grenze zwischen Aserbaidschan und Armenien.
Nikol Paschinjan (47, M.), Ministerpräsident von Armenien, spricht mit einem Offizier der armenischen Armee in einem Dorf an der Grenze zwischen Aserbaidschan und Armenien.  © Tigran Mehrabyan/PAN Photo/AP/dpa

Die Opferzahl werde vermutlich noch steigen, sagte Paschinjan am Dienstagmorgen im Parlament in Eriwan. Beide Konfliktparteien hatten in der Nacht schwere Kämpfe im Grenzgebiet gemeldet.

Dem Verteidigungsministerium in Eriwan zufolge versuchten aserbaidschanische Truppen, auf armenisches Gebiet vorzustoßen. Die aserbaidschanische Armee setze Artillerie und Drohnen gegen militärische und zivile Ziele nahe der Grenze ein.

Aserbaidschan warf Armenien hingegen "großangelegte subversive Handlungen" in Grenznähe und Beschuss seiner Militärstellungen vor.

Übergewinnsteuer: Sollen Krisengewinner extra besteuert werden?
Krisen Übergewinnsteuer: Sollen Krisengewinner extra besteuert werden?

Paschinjan forderte nach Angaben seines Büros in Telefonaten mit US-Außenminister Antony Blinken (60), Russlands Staatschef, Wladimir Putin (69), und Frankreichs Präsident, Emmanuel Macron (44), eine "angemessene Reaktion der internationalen Gemeinschaft" auf das Vorgehen Aserbaidschans.

In einem Telefongespräch hätten Armeniens Verteidigungsminister, Suren Papikjan (36), und der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu (67), beschlossen, die "notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung der Lage" zu ergreifen, erklärte die Regierung in Eriwan.

Die türkische Regierung wiederum rief Armenien auf, seine "Provokationen" gegen Aserbaidschan einzustellen und "sich auf Friedensverhandlungen und Zusammenarbeit" mit Baku zu konzentrieren.

Titelfoto: Tigran Mehrabyan/PAN Photo/AP/dpa

Mehr zum Thema Krisen: