Wegen Flecken auf Kim Jong-uns Jacke: Bodyguard wird womöglich hingerichtet

Nordkorea - Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un (39) zeigte sich vergangenen Freitag mit mysteriösen weißen Flecken auf seiner Jacke im Staatsfernsehen Nordkoreas. Für diesen fatalen Fehler könnte nun einer seiner Bodyguards hingerichtet werden.

Der oberste Führer Nordkoreas Kim Jong-un (39) zeigt sich mit Flecken auf der Jacke im Staatsfernsehen.
Der oberste Führer Nordkoreas Kim Jong-un (39) zeigt sich mit Flecken auf der Jacke im Staatsfernsehen.  © Jung Yeon-je / AFP

Bilder der staatlichen Medien zeigten den nordkoreanischen Staatschef, als er Zeuge des jüngsten Raketentestschusses auf einen Bahnhof in Seoul (Südkorea) am 17. März war.

Dabei trug der Diktator eine Jacke, die an mehreren Stellen, unter anderem am Ärmel des linken Arms, mit weißen Flecken beschmutzt ist. Wie die britische Zeitung "The Mirror" berichtete, fürchten Experten, Kim Jong-un könne sein Personal dafür bestrafen "seine Würde nicht gewahrt zu haben". Dafür sollte wohl ein Bodyguard sorgen.

Immerhin wurden die Aufnahmen des nordkoreanischen Machthabers im Staatsfernsehen übertragen. Dass der Diktator vor der Öffentlichkeit nicht zu 100 Prozent perfekt auftrat, könnte die verantwortliche Person schwer treffen, so Nordkorea-Experte Michael Madden.

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Er untersucht seit Jahrzehnten die Entwicklungen in Nordkorea und schließt neben Degradierung oder Zwangsarbeit in einer Strafkolonie auch eine Hinrichtung durch ein Erschießungskommando nicht aus.

Das sei bereits unter Kim Jong-il (†70), dem vorherigen Machthaber Nordkoreas und Vater von Kim Jong-un vorgekommen.

Wie der Vater so der Sohn?

Menschen besuchen die Statuen der verstorbenen nordkoreanischen Führer Kim Il-Sung (†82) und Kim Jong-Il (†70, r.). Letzterer war für Wutausbrüche und Stimmungsschwankungen bekannt wie gefürchtet.
Menschen besuchen die Statuen der verstorbenen nordkoreanischen Führer Kim Il-Sung (†82) und Kim Jong-Il (†70, r.). Letzterer war für Wutausbrüche und Stimmungsschwankungen bekannt wie gefürchtet.  © KIM Won Jin / AFP

Als Michael Madden die Bilder erstmals sah, reagierte er schockiert.

"Meine erste Reaktion war OMFG", sagte der Nordkorea-Experte. "Personal, das den obersten Führer gereizt hat, wird normalerweise mit Degradierung, Härtezuweisungen oder Arbeitserziehung bestraft."

Doch auch wenn es laut Madden "unwahrscheinlich sei, dass jemand wegen so etwas erschossen wird", könnte schon ein bisschen schlechte Laune des Diktators zum Tod eines Menschen führen.

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"Es gibt Berichte über den Vater des Anführers, Kim Jong-il, der Leibwächter und Mitglieder seines persönlichen Stabs wegen sehr geringfügiger Vergehen ins Gefängnis und in einem Fall zum Erschießungskommando geschickt hat", fügte Madden hinzu.

Ein Entschuldigungsbrief an den obersten Führer könnte den Verantwortlichen allerdings noch retten. Im besten Fall könnte Kim Jong-un sogar darüber hinwegsehen.

Im Gegensatz zu seinem Vater sei er nämlich weniger anfällig für Stimmungsschwankungen und habe keine Probleme mit "emotionaler Regulierung".

Titelfoto: Bildmontage: Jung Yeon-je / AFP

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