Haytor (Vereinigtes Königreich) - Die ehemalige konservative Ministerin Ann Widdecombe (†78) wurde am Donnerstag leblos in ihrem Haus im Südwesten Englands aufgefunden. Gegen einen 26-Jährigen wurde zunächst wegen Mordes ermittelt. Inzwischen sei der Mann wieder auf freiem Fuß.
Das teilte die Polizei laut der britischen Nachrichtenagentur PA mit. Der Verdächtige sei nicht mehr Teil der Ermittlungen, hieß es.
Der mysteriöse Todesfall der 78-Jährigen wirft weiterhin viele Fragen auf. Beim Fund ihrer Leiche am Donnerstag gegen 11.40 (Ortszeit) in ihrem Haus in Haytor, einem Dorf in der englischen Grafschaft Devon, wies ihr Körper schwere Verletzungen auf.
Erst am Freitagmorgen bestätigte das Management den Tod der Brexit-Befürworterin, wie BBC berichtet. Mit genauen Details zu den Todesumständen hielt sich das Team allerdings bedeckt.
Im Laufe des Freitags erklärte die Polizei, dass eine Mordermittlung eingeleitet worden sei. Daraufhin wurde ein 26-Jähriger vorläufig festgenommen. Warum der beschuldigte Brite wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, teilten die Ermittler nicht mit.
Derzeit gebe es "keine Hinweise, dass es sich um ein politisch motiviertes Verbrechen handelt", so die Beamten. Der Fall werde deshalb nicht als terroristischer Akt behandelt.
Widdecombe war Politikerin der Konservativen
Um das Haus der britischen Politikerin sei laut BBC weiter eine beträchtliche Polizeipräsenz zu beobachten. Ob es nach der Freilassung des Verdächtigen bereits eine neue, heiße Spur gibt, war am Samstagnachmittag noch nicht bekannt.
Der stellvertretende Polizeichef Matt Longman verriet nur so viel: "Unsere Priorität bleibt es, die Verantwortlichen zu identifizieren und sicherzustellen, dass alle verfügbaren Beweismittel gründlich geprüft werden."
Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Parlament und setzte sich überzeugend für den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs ein.
Darüber hinaus war sie später Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK und machte sich mit ihren ultrakonservativen Ansichten nicht immer Freunde. Nach ihrer politischen Karriere nahm sie hin und wieder an Reality-Formaten im britischen TV teil.