Zur besten Sendezeit: Putin-Interview für US-Publikum steht kurz bevor

Moskau - Das erste Interview von Kremlchef Putin (71) mit einem westlichen Journalisten seit Kriegsbeginn soll in den USA zur besten Sendezeit laufen. US-Talkmaster Tucker Carlson (54) kündigt das als Medienereignis an.

Moderator Tucker Carlson (54) hat ein Interview mit Wladimir Putin geführt.
Moderator Tucker Carlson (54) hat ein Interview mit Wladimir Putin geführt.  © Richard Drew/AP/dpa

Der rechte US-Talkmaster Tucker Carlson hat die Veröffentlichung seines Interviews mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Nacht zu Freitag angekündigt.

Es ist das erste ausführliche Gespräch Putins mit einem US-Interviewer seit Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine vor fast zwei Jahren.

Kremlsprecher Dmitri Peskow (56) hatte am Mittwoch erklärt, dass der frühere Fox-News-Moderator, der Moskau inzwischen wieder verlassen hat, selbst über den Zeitpunkt der Veröffentlichung entscheiden könne. Der 54-jährige Carlson kündigt das Interview seit Tagen als Medienereignis an.

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Putin habe dem Interview kurz vor der Präsidentenwahl in Russland am 17. März wohl auch deshalb zugestimmt, weil er in seinem Krieg gegen die Ukraine im Moment eher einen Vorteil und Nutzen für sich sehe, meinte die russische Politologin Tatjana Stanowaja (46).

Talkmaster Tucker Carlson spricht sich gegen US-Finanzierung des Ukraine-Krieges aus

Nutzt Russlands Präsident Wladimir Putin (71) das Interview als Zugang zum US-amerikanischen Publikum?
Nutzt Russlands Präsident Wladimir Putin (71) das Interview als Zugang zum US-amerikanischen Publikum?  © Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Der Kremlchef setze darauf, dass westliche Munitions- und Waffenhilfen für Kiew zurückgehen, die USA mit ihrer eigenen Präsidentenwahl im Herbst beschäftigt sind und in der Ukraine selbst die innenpolitischen Probleme zunehmen.

Ziel des Interviews sei es, den Westen davon zu überzeugen, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (46) fallen zu lassen, um eine neue Führung in Kiew zu Verhandlungen mit Moskau zu drängen, sagte die im Ausland lebende Expertin.

Putin nutze Carlson als Zugang zum US-amerikanischen Publikum. Der frühere Fox-News-Moderator, der auch für die Verbreitung von Verschwörungstheorien bekannt ist, erreicht über soziale Netzwerke Millionen Menschen. Er ist gegen eine US-Finanzierung des Krieges.

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Carlson vertrete eine andere Position als westliche Medien, mit denen Gespräche keinen Sinn hätten, begründete Peskow die Initiative. Mehrere westliche Medien hatten ebenfalls ein Interview mit Putin ersucht. Carlson hatte erklärt, das Gespräch auf seinem Kanal bei X (vormals Twitter) und auf seiner Internetseite kostenlos und in voller Länge zugänglich zu machen. Der Talkmaster warf den US-Massenmedien vor, sie würden die Zuschauer und Leser durch Weglassen belügen.

Carlson wurde im vergangenen Jahr von Fox News gefeuert. Er moderierte dort jahrelang eine quotenstarke Abendsendung. Diese nutzte er dazu, um Verschwörungstheorien und Falschmeldungen zu verbreiten und gegen Minderheiten zu hetzen. Kurz danach startete er eine eigene Show auf X.

Titelfoto: Bildmontage: Richard Drew/AP/dpa, Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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