Linker Terror: Steckt ein Politiker-Paar hinter den "MIEZE"-Drohbriefen?

Stuttgart - Wiederholt hatten mutmaßliche Linksterroristen Drohbriefe an ranghohe Politiker verschickt, vergangene Woche klickten bei zwei Personen die Handschellen. Waren es bekannte Politiker, die zu Extremisten wurden?

Am vergangenen Freitag schlugen Beamte in Stuttgart und Berlin zu. (Symbolbild)
Am vergangenen Freitag schlugen Beamte in Stuttgart und Berlin zu. (Symbolbild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Rückblick: Immer wieder bekamen Deutschlands Politiker in den zurückliegenden Monaten Drohschreiben, denen Patronenhülsen beigefügt waren - eine unverhohlene Morddrohung!

Absender der Briefe war stets "MIEZE", die sogenannte "Militante Zelle". 

Zu den Adressaten der Schreiben gehörten etwa die FDP-Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny (45), der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (68, CDU), Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (64, CSU) sowie Baden-Württembergs Landesvater Winfried Kretschmann (72, Grüne).

Am vergangenen Freitag schließlich folgte eine großangelegte Razzia. In Stuttgart und Berlin durchsuchten Beamte insgesamt fünf Objekte, nahmen eine Frau (39) und einen Mann (38) fest. Das Duo soll hinter "MIEZE" und den Drohschreiben stecken.

Jetzt kommt heraus: Das mutmaßliche Terror-Pärchen ist alles andere als unbekannt!

Wie unter anderem die Bild-Zeitung berichtet, soll es sich bei den Beiden um die Stuttgarter Politiker Nicole Grahlow (39, ÖDP) und Martin Eickhoff (38, Piratenpartei) handeln. Die 39-Jährige war zweite stellvertretende Landesvorsitzende der Partei in Baden-Württemberg. Laut Bild wurde Grahlow inzwischen aus der ÖDP ausgeschlossen.

Pärchen wurde in Berlin geschnappt

RAF-Terroristen entführten und ermordeten Hanns-Martin Schleyer. Die nach ihm benannte Halle in Stuttgart solle umbenannt werden, forderte Eickhoff im Sommer.
RAF-Terroristen entführten und ermordeten Hanns-Martin Schleyer. Die nach ihm benannte Halle in Stuttgart solle umbenannt werden, forderte Eickhoff im Sommer.  © UPI/upi/dpa

Ihr Partner Martin Eickhoff war stellvertretender Bezirksbeirat der Fraktion von Linkspartei, Piratenpartei, SÖS und Tierschutzpartei in Stuttgart. Er sorgte im Sommer für Aufruhr. 

Der 38-Jährige hatte gefordert, die nach Hanns-Martin Schleyer (†62) benannte Halle umzubenennen. Schleyer war von Linksterroristen der RAF ermordet worden.

Vor Wochen sei das Pärchen untergetaucht. Einer Bekannten gegenüber habe Grahlow geäußert, dass sie das Land verlassen müssten. Laut Stuttgarter Nachrichten (StN) suchten die beiden in Berlin Unterschlupf, wo dann am Freitag die Handschellen klickten.

Die Zeitung zitiert aus Netz-Postings des Paares. So habe Grahlow am Tag vor ihrer Festnahme einen Tweet weitergeleitet: "Ob Cops noch Menschen sind? Eines ist sicher: Menschlichkeit ist ihnen fremd."

Eickhoff schrieb über die Krawalle in der Stuttgarter Innenstadt Ende Juni auf der Plattform Political Prisoners: "Nachdem sich die Situation in Deutschland und weltweit immer mehr zuspitzt ist es klar, dass wir in Hinblick auf diese endzeitlichen gesellschaftlichen Bedingungen auch veränderte Aktions- und Kampfformen benötigen und diese konsequent einsetzen müssen."

Und weiter: "Wichtig bleibt immer situativ handeln ohne irgendwelche Formen pauschal auszuschließen, abzulehnen oder in blindwütigen Distanzierungswahn verfallen."

War das Duo an Krawallen und einer brutalen Attacke beteiligt?

Das Ganze hat laut StN nun auch ein parlamentarisches Nachspiel. Demnach habe die FDP im Stuttgarter Landtag bereits eine "Kleine Anfrage" gestellt. 

Der Heilbronner FDP-Mann Nico Weinmann (47) wolle von der grün-schwarzen Regierung wissen, welche Beziehungen zwischen Eickhoff, Grahlow sowie weiteren Mitgliedern der linksextremen Szene existieren.

Damit nicht genug: Auch verlangt er Informationen darüber, ob das mutmaßliche Terror-Pärchen an der Stuttgarter Krawallnacht Ende Juni oder an der brutalen Attacke auf einen Daimler-Betriebsrat im Mai am Cannstatter Wasen beteiligt war. 

Wie berichtet, war der Mann damals von Dutzenden Vermummten attackiert und ins Koma geprügelt worden.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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