Neuer Job für Boris Palmer: OB greift dem MP unter die Arme

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Von David Nau

Stuttgart/Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (54) soll die grün-schwarze Landesregierung von Ministerpräsident Cem Özdemir (60, Grüne) beim Bürokratieabbau beraten. Der parteilose Politiker soll unabhängiger Rat für Staatsmodernisierung werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen. Zuvor hatte der SWR berichtet. 

Boris Palmer (54, Grüne, rechts) schlüpft in die Rolle eines Beraters der schwarz-grünen Landesregierung um Cem Özdemir (60).
Boris Palmer (54, Grüne, rechts) schlüpft in die Rolle eines Beraters der schwarz-grünen Landesregierung um Cem Özdemir (60).  © Katharina Kausche/dpa

Im Gegenzug soll der sogenannte Normenkontrollrat abgeschafft werden, der bisher die Landesregierung beim Bürokratieabbau unterstützte und etwa neue Gesetze darauf prüfte, welche Bürokratie sie auslösen.

Das Amt soll Palmer dem SWR-Bericht zufolge neben seiner Arbeit als Oberbürgermeister von Tübingen ausüben.

Erst kurz nach der Landtagswahl hatte Palmer betont, dass er weiter Oberbürgermeister in Tübingen bleiben wolle. Damals hatte es Gerüchte gegeben, dass er Minister in einer Landesregierung von Özdemir werden könnte. 

Boris Palmer mit falschem Kennzeichen unterwegs: Keine Folgen für den OB?
Boris Palmer Boris Palmer mit falschem Kennzeichen unterwegs: Keine Folgen für den OB?

Palmer gilt als prominenter Kritiker von zu viel Bürokratie. Immer wieder prangerte er öffentlich aus seiner Sicht unsinnige Vorschriften an und beschrieb ausführlich, welche ungewollten Folgen diese haben können.

Erst kürzlich übte er etwa Kritik am neuen Nichtraucherschutzgesetz des Landes und nannte es unnötig kompliziert. Konkret störte sich Palmer an dem Rauchverbot für Bushaltestellen. Seine Kritik: Es sei unklar, wo genau der Bereich des Verbots räumlich beginne und wo er ende.  

Cem Özdemir legt viel Wert auf Bürokratieabbau

Boris Palmer findet, dass weniger Eingriffe des Staates wichtig wären.
Boris Palmer findet, dass weniger Eingriffe des Staates wichtig wären.  © Bernd Weißbrod/dpa

Ganz grundsätzlich hält Palmer weniger Eingriffe des Staates für wichtig.

Immer häufiger begegne ihm die Vorstellung, dass jede denkbare Alltagssituation geregelt, kontrolliert und notfalls sanktioniert werden müsse. Das sei problematisch, schrieb Palmer auf Facebook.

"Ein freiheitlicher Staat sollte seinen Bürgern zunächst zutrauen, vernünftig miteinander umzugehen."

Debatte über Ministeramt: Will Palmer OB in Tübingen bleiben?
Boris Palmer Debatte über Ministeramt: Will Palmer OB in Tübingen bleiben?

Für Ministerpräsident Özdemir ist der Bürokratieabbau eines der wichtigsten Vorhaben seiner Amtszeit.

Bürokratieabbau und Modernisierung des Staates steht im ersten Kapitel des neuen Koalitionsvertrags von Grün-Schwarz. 

Titelfoto: Katharina Kausche/dpa

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