Washington D.C. - Mit seinen jüngsten Äußerungen hat US-Präsident Donald Trump (79) die Sorgen vor einem NATO-Austritt der USA befeuert.
"Die NATO war nicht da, als wir sie gebraucht haben, und sie wird nicht da sein, wenn wir sie erneut brauchen", polterte Trump in einem Beitrag auf seiner Plattform "Truth Social". Er fügte hinzu: "Erinnert euch an Grönland, dieses große, schlecht regierte Stück Eis!"
Wer sich nicht mehr erinnert: Trump hatte zu Beginn des Jahres eine Übernahme Grönlands gefordert und gar mit einem gewaltsamen Einmarsch in das dänische Hoheitsgebiet gedroht. Mehrere NATO-Staaten, darunter auch Deutschland, hatten deshalb Soldaten auf die Arktis-Insel entsandt. Die Lage war äußerst ernst und angespannt.
Im Vorfeld seines kritischen Kommentars hatte sich Trump mit NATO-Chef Mark Rutte (59) getroffen. Dabei ging es vor allem um die aus Trumps Sicht mangelnde Unterstützung der Bündnispartner im Zuge des Iran-Kriegs.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hatte etwa erklärt, dass Deutschland "nicht Teil dieses Krieges" sei. NATO-Mitglied Spanien verbot den US-Streitkräften gar die Nutzung von spanischen Militärbasen im Rahmen des Iran-Einsatzes.
NATO-Chef Rutte erklärte im Anschluss an das Treffen gegenüber dem Sender CNN, dass Trump von vielen NATO-Partnern "eindeutig enttäuscht" sei. Die Frage, ob Trump über einen Austritt aus dem Militärbündnis nachdenke, wollte Rutte aber nicht beantworten.
Stattdessen betonte Rutte, dass ein Großteil der NATO-Mitgliedsstaaten den US-Präsidenten bei dem Vorhaben unterstützen würde, dem Iran seine Fähigkeit zu nehmen, "Chaos zu exportieren".