Trump macht Ernst: "Brav-und-Böse-Liste" der NATO-Staaten erstellt

Washington, D. C. (USA) - Dass US-Präsident Donald Trump (79) schlecht auf die NATO zu sprechen ist, ist allgemein bekannt. Seit dem Ausbleiben der von ihm geforderten Hilfe des Verteidigungsbündnisses beim Iran-Krieg scheint das Tuch endgültig zerschnitten. Wie Politico am Mittwoch berichtete, soll im Weißen Haus mittlerweile eine "Brav-und-Böse-Liste" der NATO-Staaten erstellt worden sein.

US-Präsident Donald Trump (79) ist sauer auf die NATO - mal wieder.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Obwohl ein Einstieg der NATO in den Iran-Krieg vollkommen absurd und gegen jedes geltende Recht gewesen wäre, will Trump nun offenbar abrechnen. Besonders Spanien dürfte davon betroffen sein. Das Land hat sich am entschiedensten gegen den Krieg positioniert.

Wie drei europäische Diplomaten und ein mit dem Plan vertrauter US-Verteidigungsbeamter berichteten, beinhaltet die Liste eine Übersicht über die Beiträge der Mitglieder zum Bündnis, die in verschiedene Kategorien eingeteilt sind.

"Vorbildliche Verbündete, die sich engagieren, wie Israel, Südkorea, Polen, zunehmend auch Deutschland, die baltischen Staaten und andere, werden unsere besondere Gunst erhalten", hatte Kriegsminister Pete Hegseth (45) bereits im vergangenen Dezember gesagt.

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Deutschland dürfte seitdem allerdings einen deutlich schwereren Stand haben - vor allem wegen der Aussage "Das ist nicht unser Krieg", von Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD).

Doch wie genau wollen die Vereinigten Staaten von Amerika "böse" NATO-Staaten bestrafen?

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Im Prinzip alles offen

Kriegsminister Pete Hegseth (45) hat die NATO-Verbündeten schon im Dezember in Kategorien eingeteilt.  © Andrew Leyden/ZUMA Press Wire/dpa

"Sie scheinen keine sehr konkreten Ideen zu haben [...], wenn es darum geht, unkooperative Verbündete zu bestrafen", soll ein europäischer Beamter, der wie andere auch anonym bleiben wollte, laut Politico gesagt haben.

"Truppenverlegung ist eine Option, aber sie bestraft hauptsächlich die USA, nicht wahr?", soll der Beamte hinzugefügt haben.

Somit bleibt völlig offen, ob es wirklich Konsequenzen geben wird und wen diese in welcher Form treffen könnten.

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Unterdessen ist die US-Regierung gerade damit beschäftigt, Zölle in Milliardenhöhe an US-Unternehmen zurückzuzahlen, die sie so nie hätte erheben dürfen.

Wer sich das klarmacht, dürfte vor einer "NATO-Liste" nicht allzu sehr zittern.

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