Nahost-Konflikt: Iran reklamiert Angriff auf drei Frachtschiffe für sich

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Israel/Iran - US-Präsident Donald Trump (79) hat die Waffenruhe mit dem Iran überraschend in letzter Minute einseitig für verlängert erklärt.

US-Präsident Donald Trump (79) hat die Waffenruhe verlängert.
US-Präsident Donald Trump (79) hat die Waffenruhe verlängert.  © Alex Brandon/AP/dpa

Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis die Führung im Iran einen "geeinten Vorschlag" zur Beilegung des Krieges unterbreite, teilte er auf Truth Social mit. Die US-Seeblockade iranischer Häfen werde jedoch fortgesetzt.

Teheran habe keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf Quellen. Eine offizielle Position des Iran werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben, hieß es. 

Ein Berater des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf wies derweil Trumps Ankündigung auf der Plattform X als bedeutungslos zurück.

Vorwurf Landesverrat! Eigentum von Ex-Leverkusen-Profi beschlagnahmt
Israel Krieg Vorwurf Landesverrat! Eigentum von Ex-Leverkusen-Profi beschlagnahmt

Die "Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren", schrieb Mahdi Mohammadi. Die Fortsetzung der US-Seeblockade sei mit Bombardierungen gleichzusetzen und müsse militärisch beantwortet werden.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

22. April, 15.49 Uhr: Dutzende israelische Aktivisten nach Syrien vorgedrungen

Dutzende israelische Siedleraktivisten sind auf syrisches Gebiet vorgedrungen, bevor sie von der Armee wieder zurückgebracht wurden.

Die "Times of Israel" berichtete, es handele sich um rechte Aktivisten, die die Einrichtung von Siedlungen im syrischen Grenzgebiet forderten, in dem Israel die Kontrolle übernommen hat. Sie hätten sich zeitweise in einem Gebäude am Rand des syrischen Orts Hadar verschanzt. 

Die Armee teilte mit, etwa 40 Aktivisten seien mehrere hundert Meter tief auf syrisches Gebiet vorgedrungen. Soldaten hätten sie zurückgebracht und der israelischen Polizei übergeben.

22. April, 14.42 Uhr: Iran reklamiert Angriff auf drei Frachtschiffe für sich

Irans Streitkräfte haben nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe vor ihrer Küste angegriffen und manövrierunfähig gemacht.

In einer von der Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Nachricht hieß es zur Begründung, die Revolutionsgarden hätten ihre "regelwidrige" Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestoppt.

Die Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte die Namen der drei Frachtschiffe. Laut dem Trackingdienst Vesselfinder handelte es sich bei der "Epaminondas" um ein Containerschiff unter der Flagge Liberias, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten in Richtung Indien unterwegs war.

Der Frachter "MSC Francesca" lag zuletzt vor der Küste Saudi-Arabiens und fährt unter der Flagge Panamas. Außerdem wurde ein Containerschiff namens "Euphoria" attackiert, das sich iranischen Angaben zufolge in griechischem Besitz befinden soll.

Irans Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe in der Straße von Hormus gestoppt. (Archivbild)
Irans Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe in der Straße von Hormus gestoppt. (Archivbild)  © Altaf Qadri/AP/dpa

22. April, 14.41 Uhr: Trump verlängert Waffenruhe - Keine Entspannung in Sicht

Die von den USA verlängerte Waffenruhe im Iran-Krieg hat die Spannungen nicht entschärft.

Der Iran äußerte sich bisher nicht dazu, ob er selbst die Feuerpause einhalten wird. Vielmehr zeigten sich die Revolutionsgarden äußerst skeptisch - zumal die US-Seeblockade iranischer Häfen fortgesetzt wird.

Die iranischen Streitkräfte seien auf dem "Höhepunkt der Bereitschaft" zur Fortsetzung der Kampfhandlungen, hieß es in einer Erklärung der Elitestreitmacht. In einer neuen Phase der Eskalation könnten die Streitkräfte "vernichtende und für den Feind unvorstellbare Schläge gegen die verbleibenden Vermögenswerte" in der Region ausführen.

22. April, 14.40 Uhr: Berichte über Verletzte nach Siedlergewalt im Westjordanland

Bei neuer Siedlergewalt im Norden des Westjordanlands hat es palästinensischen Berichten zufolge in der Nacht mehrere Verletzte gegeben.

Acht Palästinenser, darunter ein Kleinkind, seien behandelt worden, die meisten wegen einer Rauchvergiftung, hieß es in palästinensischen Medien. Eine Person habe auch Verbrennungen erlitten. Israelische Siedler hätten in einem palästinensischen Dorf in der Nähe der Stadt Nablus Autos in Brand gesetzt und auch versucht, ein Haus anzuzünden, berichte unter anderem die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa.

Radikale israelische Siedler haben Berichten zufolge in einem Dorf im Westjordanland palästinensischen Besitz in Brand gesteckt. Mehrere Menschen mussten wegen einer Rauchvergiftung behandelt werden.
Radikale israelische Siedler haben Berichten zufolge in einem Dorf im Westjordanland palästinensischen Besitz in Brand gesteckt. Mehrere Menschen mussten wegen einer Rauchvergiftung behandelt werden.  © Mahmoud Illean/AP/dpa

22. April, 14.04 Uhr: Israel sieht Hisbollah als Hindernis für Frieden mit Libanon

Kurz vor Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon hat der israelische Außenminister die libanesische Hisbollah als gemeinsamen Feind der beiden verfeindeten Staaten bezeichnet.

Die vom Iran unterstützte Miliz sei "das Hindernis für Frieden und Normalisierung der Beziehungen zwischen den Ländern", sagte Gideon Saar nach Angaben seines Büros bei einer Veranstaltung zum 78. Jahrestag der israelischen Staatsgründung. "Wir haben keine gravierenden Meinungsverschiedenheiten mit dem Libanon. Es gibt einige kleinere Grenzstreitigkeiten, die sich beilegen lassen." 

Die Hisbollah hat im Libanon eine Art Staat im Staate unter anderem mit parallelem Wirtschaftssystem geschaffen. Saar bezeichnete das Nachbarland deshalb als "gescheiterten Staat" und als "de facto unter iranischer Besatzung durch die Hisbollah".

22. April, 12.23 Uhr: Revolutionsgarden melden Beschlagnahmung von zwei Schiffen

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben zwei Schiffe beschlagnahmt, welche die Straße von Hormus passieren wollten.

Die beiden Schiffe hätten gegen die Vorschriften für die Meerenge verstoßen, erklärten die Revolutionsgarden am Mittwoch. Die für den weltweiten Ölhandel strategisch wichtige Straße von Hormus wird seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar durch Teheran weitestgehend blockiert.

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben zwei Schiffe beschlagnahmt, welche die Straße von Hormus passieren wollten.
Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben zwei Schiffe beschlagnahmt, welche die Straße von Hormus passieren wollten.  © Asghar Besharati/AP/dpa

22. April, 11.57 Uhr: Arabische Länder wollen Reparationen vom Iran für Kriegsschäden

Die arabischen Länder fordern vom Iran Reparationen für die im Krieg entstandenen Schäden und Verluste. Teheran sei zu solchen Zahlungen dem Völkerrecht nach verpflichtet, heißt es in einer Erklärung der Arabischen Liga nach einem virtuellen Treffen.

"Der Iran trägt international die volle Verantwortung für seine unrechtmäßigen und nicht gerechtfertigten Angriffe gegen arabische Staaten", heißt es in der Erklärung der Außenminister.

Als Vergeltung für die Militärschläge der USA und Israels im Iran griff das Land seit Kriegsbeginn Ende Februar mit Tausenden Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern die Golfstaaten an. Dabei kamen US-Einrichtungen, wie etwa Botschaften und Militärstützpunkte, aber auch zivile Ziele wie Flughäfen und Wohngegenden unter Beschuss. Die meisten der Angriffe wurden in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait gemeldet.

Eine schwarze Rauchwolke steigt aus einem Lagerhaus im Industriegebiet von Sharjah City in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf.
Eine schwarze Rauchwolke steigt aus einem Lagerhaus im Industriegebiet von Sharjah City in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf.  © Altaf Qadri/AP/dpa

22. April, 11.19 Uhr: Iran "bricht finanziell zusammen", behauptet Trump

Laut US-Präsident Donald Trump (79) steht der Iran wegen der fortdauernden Schließung der Straße von Hormus kurz vor dem finanziellen Kollaps. "Der Iran bricht finanziell zusammen!", schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Islamische Republik "hungert nach Geld", fügte Trump hinzu.

Dem US-Präsidenten zufolge wolle Teheran eigentlich, dass die strategisch wichtige Meerenge "sofort geöffnet wird". Die Islamische Republik habe allerdings erklärt, die Straße von Hormus weiter zu blockieren, weil sie damit "ihr Gesicht wahren" könne, führte Trump weiter aus.

Der iranische Landwirtschaftsminister stellte die Situation dagegen anders dar. "Trotz der US-Seeblockade haben wir keine Probleme mit der Versorgung mit Grundgütern und Nahrungsmitteln", erklärte Landwirtschaftsminister Gholamresa Nuri am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

22. April, 10.43 Uhr: Kaum Entspannung beim Ölpreis trotz Waffenruhe

An den Ölmärkten zeichnet sich trotz der von US-Präsident Donald Trump (79) angekündigten Verlängerung der Waffenruhe mit dem keine echte Entspannung ab.

Vor Trumps Ankündigung kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni erstmals seit gut einer Woche wieder 100 US-Dollar. Anschließend gab der Preis nur etwas nach und lag zuletzt bei 98,12 Dollar - fast ein halbes Prozent weniger als am Vortag.

Auch Rohöl der US-Sorte WTI verbilligte sich leicht, wobei der Preis für ein Barrel zuletzt deutlich niedriger lag, bei 89,27 Dollar.

Trotz angekündigter Waffenruhe gibt es kaum Entspannung am Ölpreismarkt.
Trotz angekündigter Waffenruhe gibt es kaum Entspannung am Ölpreismarkt.  © Nic Coury/AP/dpa

22. April, 10 Uhr: Iran beschießt Containerschiff in Straße von Hormus

In der Straße von Hormus ist ein Containerschiff unter Beschuss geraten und dabei schwer beschädigt worden.

In Schiff der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) habe sich dem Schiff genähert und Schüsse abgegeben, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf den Kapitän des Frachters mit.

Das iranische Nachrichtenportal Nur-News, das dem Nationalen Sicherheitsrat nahesteht, bestätigte einen Vorfall. Ein Containerschiff, das Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert hatte, sei beschossen worden und habe erheblichen Schaden erlitten, hieß es.

Ein Containerschiff soll die Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert haben und deshalb unter Beschuss geraten sein. (Archivbild)
Ein Containerschiff soll die Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert haben und deshalb unter Beschuss geraten sein. (Archivbild)  © Altaf Qadri/AP/dpa

22. April, 9.05 Uhr: Iran richtet abermals mutmaßlichen Spion hin

Inmitten einer Serie von Hinrichtungen hat Irans Justiz erneut ein Todesurteil aufgrund von Spionagevorwürfen vollstreckt.

Ein Mann sei am Morgen durch Erhängen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Irans Justiz hatte ihm Zusammenarbeit mit dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad zur Last gelegt.

Bereits am Montag waren zwei Männer nach Spionagevorwürfen exekutiert worden. Menschenrechtler sprachen hingegen von politischen Gefangenen, die den oppositionellen Volksmudschahedin angehört haben sollen. Die Exil-Gruppe ist im Iran verboten; sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Herrschaftssystem im Iran zu stürzen. Die Organisation Iran Human Rights verurteilte die Hinrichtungen scharf.

Titelfoto: Altaf Qadri/AP/dpa

Mehr zum Thema Israel Krieg: